eve&rave Münster e.V.
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Alkohol

 

Chemische Bezeichnung (IUPAC):

Ethanol

 

Andere Bezeichnungen:

Alkohol, Äthanol, Ethlyalkohol, Weingeist, (...)

 

Handelsnamen:

Produkte, in denen Ethanol enthalten ist, sind unzählig.

 

Vorkommen des Wirkstoffs in der Natur:

Alkoholische Gärung als Weg zur Energiegewinnung einiger Mikroorganismen

 

Szenetypische Bezeichnungen:
Alk, Sprit, Stoff, (...)

 

Bei der alkoholischen Gärung handelt es sich um einen Stoffwechselprozeß, der von einigen Mikroorganismen (z.B. Bakterien und Hefen) zur Energiegewinnung genutzt wird, sobald die normale Zellatmung, die nur in sauerstoffhaltigem Milieu möglich ist, nicht genutzt werden kann. Bei der alkoholischen Gärung werden Kohlenhydrate (meist Glucose) zu den Endprodukten (Abfallstoffen) Ethanol und Kohlenstoffdioxid (CO2) umgesetzt.

Der chemische Ablauf bei der Umsetzung von Glucose zu Ethanol wurde erst 1815 entdeckt, jedoch wird dieser Prozeß von der Menschheit seit Jahrtausenden ge- nutzt, um berauschende Getränke herzustellen (z.B. Bier und Wein). Vermutlich wurde er beim Essen überreifen Obstes entdeckt. Auch einige Tiere nutzen über- reifes Obst, um sich daran bewußt zu berauschen. Dies wurde z.B. in dem Doku- mentarfilm "Die Wüste lebt (The Living Desert)" aus dem Jahre 1953 sehr unterhalt- sam dargestellt.

 

 

Merkmale:

- In Form von Bier, Wein, Schnaps u.ä. in Lebensmittelgeschäften, Gaststätten und

  an Kiosken, Tankstellen ab 18 Jahren erhältlich (Bier ab 16 Jahren).

- Ist z.B. auch in einigen Medikamenten als Lösungsmittel und in diversen Kosme-

  tika, Desinfektions- oder Reinigungsmitteln enthalten.

 

 

Gebrauch:

- Alkohol wird normalerweise getrunken und manchmal auch gegessen (als Zutat

  von Speisen und Süßigkeiten). Man kann Alkoholdämpfe aber auch inhalieren

  oder ihn über geeignete Hautflächen (z.B. Schleimhäute) resorbieren. Ob man es

  glauben will oder nicht, es soll schon Frauen gegeben haben, die mit Wodka ge-

  tränkte Tampons verwendet haben, wovon man nur abraten kann.

 


Wirkung:

- Alkohol wirkt in erster Linie als Zellgift und hat u.a. einen negativen Einfluß auf die

  elektrischen Leitungseigenschaften von Nervenzellen.

- Die Wirkung setzt nach ca. 15 – 30 Minuten ein und hält je nach konsumierter

  Menge ca. 2 – 3 Stunden (oder länger) an.
- Abhängig von der Menge und eigenen Verfassung ist Alkohol anregend, aufhei-

  ternd und entspannend. Zu viel Alkohol kann zu aggressivem Verhalten oder Wei-

  nerlichkeit führen.
- Das Urteilsvermögen und die Hemmschwelle sinkt (Risikobereitschaft steigt) und

  es kommt zu einer Vernebelung der Sinne.

- Übermäßiger Konsum kann zu Schwindel (Karussellfahren), Übelkeit, Erbrechen

  und Atemproblemen führen und birgt die Gefahr von "Black Out" und Erinnerungs-

  lücken ("Filmriß").

- Der "Kater" am nächsten Tag äußert sich in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit,

  Schwindel und Mattheit.

- Nach dem Konsum einer bestimmten Menge Alkohol ist die Blutalkoholkonzentra-

  tion (in Promille, ‰) abhängig vom jeweiligen Flüssigkeitsanteil des Körpers. Die-

  ser ist geschlechtsspezifisch verschieden. Während Männer einen Körperflüssig-

  keitsanteil von ca. 68 % besitzen, beträgt dieser bei Frauen nur ca. 55 %. Daher ist

  die Blutalkoholkonzentration bei Frauen nach der gleichen Menge Alkohol höher

  als bei Männern (das gleiche Körpergewicht vorausgesetzt).

- Es werden ca. 0,1 bis 0,15 ‰/h (Promille pro Stunde) Alkohol in der Leber abge-

  baut. Männer bauen Alkohol schneller ab als Frauen.

 

Der Promillewert (die Blutalkoholkonzentration) ist gewichtsabhängig. Der Promille- wert läßt sich mathematisch mit der so genannten Widmark-Formel errechnen:

c = A / (p • r)

 

c: Alkoholkonzentration im Blut wird in Promille (‰) angegeben.
A: Alkoholmenge im Körper. Sie wird in Gramm gemessen. Der Volumenanteil des

     Ethanols ist auf jedem Etikett aufgedruckt (Vol. %). Er muß in den Gewichtsanteil

     umgerechnet werden. Hier einige Beispiele für Alkoholmengen in Getränken:

     - 1 Glas Bier (200 Milliliter, 5 Vol. %): 8 Gramm
     - 1 Flasche Bier (500 Milliliter, 5 Vol. %): 20 Gramm
     - 1 Glas Wein (150 Milliliter, 10 Vol. %): 12 Gramm
     - 1 Flasche Wein (750 Milliliter, 10 Vol. %): 60 Gramm
     - 1 Schnaps (20 Milliliter, 40 Vol. %): 6 Gramm
     - 1 Flasche Schnaps (700 Milliliter, 40 Vol. %): 210 Gramm

p: Körpergewicht in Kilogramm. Je größer das Körpergewicht, um so besser kann

    sich der Alkohol verteilen und führt somit zu einer geringeren Blutalkoholkonzen-

    tration.
r: Reduziertes Körpergewicht. Nicht alle Körperteile nehmen in gleichem Maße Al-

   kohol auf, daher muß das Gesamtgewicht um einen gewissen Faktor (die Wid-

   mark'sche Konstante) reduziert werden. Bei Frauen liegt dieser Faktor niedriger

   (0,6) als bei Männern (0,7).

Beispiel: Ein Mann wiegt 75 kg und trinkt drei große Flaschen Bier (= 60 g Alkohol). Hieraus würde eine Blutalkoholkonzentration von 1,14 Promille [c = 60 / (75 • 0,7) = 1,14] resultieren. Hätte der Mann nur 26,25 g Alkohol getrunken, würde er immer noch einen Wert von 0,5 Promille (Promillegrenze für das führen von Kraftfahrzeu- gen!) erreichen. Eine gleich schwere Frau hätte 0,5 Promille bereits nach 22,5 g Al- kohol erreicht; eine 60 kg schwere Frau nach 18 g.

Diese Formel liefert jedoch nur Schätzwerte. Sie sollte also nicht zur Ermittlung der Fahrtauglichkeit angewendet werden!

 

Hier findest Du einen recht guten Online-Promillerechner von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der jedoch ebenfalls nicht zur Ermittlung der Fahrtauglichkeit genutzt werden sollte.

 

 

Gefahren:
- Störung der Reaktionsfähigkeit.

- Viele leistungssteigernden Drogen (z.B. Amphetamin, Kokain) unterdrücken den

  Alkoholrausch, so daß man sich quasi nüchtern fühlt. Dies birgt die Gefahr einer

  Alkoholvergiftung!

- Die Einnahme von Medikamenten in Verbindung mit Alkohol birgt zusätzliche Risi-

  ken: z.B. bei Paracetamol kann die Leber erheblich geschädigt werden.

- Trinke niemals Alkohol, wenn Du GHB/GBL/BDO genommen hast! Es besteht

  LEBENSGEFAHR!

- Bei regelmäßigem und intensivem Konsum besteht eine hohe Gefahr von körper-

  licher Abhängigkeit und Langzeitschäden.

- Langzeitschäden können sein:

  - Bewußtseinstrübung und verändert Grundstimmung.

  - Das Nervensystem wird geschädigt und massive Halluzinationen, Psychosen und

    Neurosen können auftreten.

  - Leber- und Nierenschäden, Magen- und Darmerkrankungen und Herzerkrank-

    ungen.

  - Übermäßiger und/oder regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu Krebs im gesamten

    Verdauungssystem führen (Mund, Speiseröhre, Magen und Darm).

- Der übermäßige Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft kann die Ent-

  wicklung des Fötus nachhaltig beeinträchtigen. Vor allem innerhalb der ersten 12

  Wochen kann das sogenannte fetale Alkoholsyndrom (FAS) entstehen, welches

  sich in Form von einem geringeren Geburtsgewicht, sichtbaren Mißbildungen,

  Funktionsstörungen der inneren Organe, geistigen Entwicklungsverzögerungen

  und Verhaltensauffälligkeiten äußern kann.

- Das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluß von Alkohol ist gefährlich und

  kann (abhängig vom Promillewert und/oder dem Fahrverhalten; § 316 StGB

  Trunkenheit im Verkehr) mit dem Entzug der Fahrerlaubnis bestraft werden. Ab 0,5

  Promille wird auch ohne Auffälligkeiten im Fahrverhalten ein Fahrverbot ausge-

  sprochen. Seit dem 01.08.2007 gilt für Fahranfänger in der Probezeit und Jugend-

  liche unter 21 Jahren die 0,0-Promillegrenze!

 


Safer Use:
- Vor dem Trinken gut und fetthaltig essen und auch zwischendurch knabbern.

- In Maßen genießen und nach jedem alkoholischen Getränk ein Glas Mineralwas-

  ser oder Fruchtsaft trinken, um den Flüssigkeits- und Mineralverlust auszuglei-

  chen. Alkohol wirkt entwässernd und sollte kein Durstlöscher sein!

- Nicht durcheinander trinken, sondern bei einer Sorte bleiben.
- Besonders warme, zuckerreiche oder kohlensäurehaltige Getränke gelangen

  schnell in die Blutbahn.

- Möglichst nicht rauchen, da Nicotin die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn reduziert und

  so den Kater garantiert. Zudem erhöht sich in Kombination mit Tabakprodukten

  das Krebsrisiko nochmals deutlich!

- Nicht mit anderen Drogen konsumieren.
- Bei einem "Kater" am nächsten Tag: Kreislauf stimulieren z.B. durch einen Spa-

  ziergang und Mineralien- und Flüssigkeitszufuhr.

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Sind auch ille-

  gale Substanzen im Spiel, schildere am Telefon nur die Symptome und kläre den

  Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über die konsumierten Substanzen auf. Sie

  unterliegen der Schweigepflicht! Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen

  findest Du hier.

 


Alcopops:

Der Konsum von sogenannten Alcopops hat sich im Jahr 2003 fast verfünffacht. Die süßen, bunten und trendigen Getränke schmecken selbst schon Zehnjährigen und werden hauptsächlich von Jugendlichen konsumiert (36 % der 14- bis 17-Jährigen konsumieren mehrmals wöchentlich), obwohl der Konsum harter Alkoholika erst ab
18 Jahren erlaubt ist.

Der Alkoholgeschmack (Alkoholmenge pro 275 ml Flasche ca. 2 – 3 Gläser Schnaps) wird vom hohen Zuckergehalt (ca. 20 Stück Würfelzucker pro 275 ml Flasche!!!; zum Vergleich: 1 Liter Cola enthält 33 Stück Zucker) überdeckt. Dies führt dazu, daß rasch konsumiert wird, was schnell in einer Alkoholvergiftung enden kann, weil man erst auf einen Schlag merkt, daß man "blau" ist. Die Gefahren liegen auf der Hand: besonders in jungen Jahren wird der Grundstein für eine spätere Sucht gelegt. Je später man mit dem Konsum einer (egal welcher) Droge beginnt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, süchtig zu werden.

Aber nicht nur der Alkohol birgt bei diesen Getränken Gefahren. Die zugesetzten Farbstoffe (laut Stiftung Warentest wurde sogar ein nicht zugelassener Stoff ana- lysiert) können Allergien auslösen. Und der viele Zucker macht nicht nur dick, son- dern transportiert den Alkohol auch noch schneller ins Blut.

 

Seit dem 01.07.2004 wird eine Sondersteuer auf diese Getränke erhoben.

 

 

Letzte Änderungen: 07.02.2017

Eve&rave Münster e.V. unterstützt die Kampagne zur Alkoholprävention der Stadt Münster

"VOLL ist OUT".

Eine weitere – wie wir finden – besonders gelungene Präventionskampagne vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) zum Thema Alkohol.

 

Haftungsausschluß:
Eve-rave.org möchte über die gängigsten und bekanntesten (Party-)Drogen aufklären und die damit verbundenen Risiken und Folgen aufzeigen, sowie Tips im Falle von Notsituationen geben. Der Inhalt dieser Seiten soll nicht zum Konsum von Drogen anleiten oder anregen!

Wenngleich die Informationen dieser Seiten nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt wurden, so können Fehler jedoch nicht ausgeschlossen werden. Eve&rave Münster e.V. übernimmt keine Haftung für Schäden, die durch die Verwendung dieser Informationen entstehen.

 

Artikel und Studien zu Alkohol

 

Ethanol (Wikipedia)

 

Getränk (Abschnitt: Alkoholische Getränke) (Wikipedia)

 

alkoholimkoerper.ch (Sucht Schweiz)

Animationen und Informationen zur Wirkung und den Nebenwirkungen von Alkohol im Körper.

 

Don't Drink and Drive (CosmosDirekt Versicherung)

Eine sehr informative Seite zum Thema Alkohol (allgemein) und Alkohol im Straßenverkehr.

 

 

So verändern sich Menschen, während sie ein Glas Wein nach dem anderen trinken (Web.de, 13.04.2016)

Fotograf Marcos Alberti knipst Menschen, während sie sich nach und nach betrin- ken. Entstanden ist eine tolle Bilderserie. Hier nur die Highlights.

 

Psychische Probleme: Mit Alkohol gegen Prüfungsstress (FAZ, 01.07.2015)

Mehr als jeder fünfte Student hat schon einmal die Diagnose „psychische Probleme“ erhalten, berichtet die Techniker Krankenkasse. Viele ertränkten den Uni-Stress in Alkohol. Warum Studenten heute schlechter entspannen können als früher.

 

Gymnasiasten tendieren zum "Rauschtrinken" (Die Welt, 11.10.2010)

Leistungsdruck soll besonders bei Gymnasiasten zu hohem Alkoholkonsum führen. Zehn Prozent der zwölfjährigen Jungen trinken wöchentlich.

 

Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Kosten alkohol-assoziierter Krankheiten – Schätzungen für Deutschland (Robert Koch Institut, 2002)

Bei knapper werdenden finanziellen Ressourcen ist es besonders wichtig zu wissen, welche gesellschaftlichen Lasten für die Bevölkerung durch Sucht zu
tragen sind. Berechnet wurden die direkten und indirekten Kosten alkoholbezogener Krankheiten in Deutschland für die Mitte der 90-er Jahre. Die Volkswirtschaft wird jährlich mit 40 Mrd. DM durch alkoholassoziierte Krankheiten belastet. Dies sind 1,13 % des Bruttosozialprodukts. Von den indirekten Kosten mit 24 Mrd. DM ent- steht der größte Ressourcenverlust mit 14 Mrd. DM durch vorzeitige Mortalität der jährlich 42.000 an alkoholbezogenen Krankheiten Verstorbenen. Die Frühberentung ist der zweithöchste Ressourcenverlust; es folgt die Arbeitsunfähigkeit. Die direkten Kosten, also der Ressourcenverbrauch verursachen 15 Mrd. DM bzw. fast 40 % der Gesamtkosten. Von diesen sind die Krankenhausbehandlung, die vorbeugenden und betreuenden Maßnahmen und die ambulante Behandlung die Hauptpositionen.

Männer sind für den erheblichen Teil der Kosten verantwortlich, da sie nicht nur häufiger ein riskantes und gefährliches Trinkverhalten zeigen, sondern auch über ein durchschnittlich höheres Einkommen verfügen. Sogar für die direkten Kosten wie bei der Rehabilitation werden für Männer pro stationärer Rehabilitationsleistung mehr Mittel eingesetzt als für Frauen. Altersgruppenspezifische Auswertungen zu Mortalität und Morbidität zeigen auf, dass der Schwerpunkt bei Konsumenten im mittleren Lebensalter liegt. Schon für die jüngere Bevölkerung muss mit gravieren- den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen gerechnet werden.

 

 

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