eve&rave Münster e.V.
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Azteken-Salbei

(Salvia divinorum)

 

Chemische Bezeichnung des Hauptwirkstoffs (IUPAC):

Methyl-(2S,4aR,6aR,7R,9S,10aS,10bR)-9-acetoxy-2-(3-furyl)-6a,10b-dimethyl-4,10-dioxododecahydro-2H-benzo[f]isochromen-7-carboxylat

 

Andere Bezeichnungen:

Salvinorin A, (...)

 

Handelsnamen:

Extrakte und Tinkturen mit unterschiedlichen Konzentrationen von verschiedenen Herstellern

 

Vorkommen des Wirkstoffs in der Natur:

Vermutlich nur der Azteken-Salbei (Salvia divinorum)

 

Szenetypische Bezeichnungen:
Salvia, Mexikanische Minze (Mexican Mint), Sally-D, Zauber-Minze (Magic Mint), (...)

 

Der Azteken-Salbei (Salvia divinorum, auch Götter-Salbei, Salbei der Wahrsager, Wahrsage-Salbei, Zauber-Salbei, auf spanisch "Blätter der Schäferin", "Kraut der Jungfrau" oder mazatekisch "Blätter der Schäferin Maria" genannt) ist eine psychoaktiv wirkende Salbeiart, die zur Familie der Lippen- blütler (Lamiaceae) zählt und im Nebelwald der Sierra Maza- teca im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca beheimatet ist.

Es handelt sich um eine ausdauernde, immergrüne, kraut- oder staudenartige Pflan- ze mit einer Wuchshöhe von ca. 0,5 bis maximal 3 m (während der Blüte), die an schattigen, feuchten Standorten wächst. Der Stengel ist vierkantig und kann bei äl- teren Pflanzen an der Basis schwach verholzen. Die Blätter sind oval bis elliptisch, ca. 10 – 30 cm lang, ca. 5 – 10 cm  breit und am Rand unregelmäßig gesägt. Die traubenartigen Blütenstände stehen aufrecht und sind ca. 30 – 40 cm lang. Die vio- letten Kelchblätter sind zu einem ca. 1 – 1,2 cm langem Kelch verwachsen, in dem eine ca. 3 cm lange, zumeist weiße, behaarte Blüte steht. Die Früchte (Nüßchen) sind braun und ca. 1,8 – 2 mm lang und ca. 1 mm breit.

Salvia divinorum wird zumeist – auch von den Mazatekenvegetativ (durch Steck- linge) vermehrt, da die geschlechtliche Reproduktion über Samen schwierig zu sein scheint. Dies führt dazu, daß sich nur wenige genetische Varianten im Umlauf befin- den. In Europa waren dies ab 1962 nur der Brunell-Klon (auch Wasson-Hofmann- Klon genannt) und ab 1991 auch der der Blosser-Klon. Mittlerweile sind einige wei- tere Varianten hinzugekommen (z.B. Cerro Quemado, Green Witch Queen, Julieta, La Fuerza, Luna, Owens und Paradox), wobei nicht klar ist, inwieweit es sich immer noch um jeweils einen der beiden anderen Klone handelt.

Salvia divinorum beinhaltet sechs bekannte terpenoide Salvinorine (Salvinorin A – F) sowie Divinatorine und Salvinicine. Von Salvinorin A (ein Diterpenoid) ist be- kannt, daß es sich um ein hoch potentes (möglicherweise das potenteste natürlich vorkommende) dissoziatives Halluzinogen handelt, das ab ca. 150 – 500 μg (Mikro- gramm = 1 Millionstel Gramm!) seine Wirkung entfaltet. Bereits 1 mg kann eine er- hebliche Wirkung verursachen. Anders als die meisten anderen Halluzinogene ist Salvinorin A kein Alkaloid sondern das einzig bekannte halluzinogene Diterpen und im Gegensatz zu anderen Halluzinogenen wie LSD oder Mescalin, die an Seroto- nin-Rezeptoren wirken, wirkt es als κ-Opioid-Rezeptor- und (Dopamin-)D2-Rezep- tor-Agonist. Daher wirkt Salvia divinorum auch gänzlich anders als alle anderen be- kannten Halluzinogene. Salvinorin A ist in der getrockneten Pflanze zu ca. 0,18 % enthalten, wobei die höchste Konzentration in den Blättern der Pflanze mit ca. 0,9 – 3,7 mg/g vorliegt. Es scheint der einzige psychoaktive Inhaltsstoff von Salvia divino- rum zu sein.

Salvia divinorum wird von den einheimischen Mazateken seit Jahrhunderten für schamanistische Rituale und medizinische Zwecke verwendet. In niedrigen, nicht-halluzinogenen Dosen dient es der Behandlung von verschiedenen körperlichen Be- schwerden, wie Anämie (Blutarmut), Durchfall, Kopfschmerzen, Rheuma und einer (magischen) Krankheit namens "Panzón de borrego" sowie als Diuretikum (harntrei- bendes Mittel). In halluzinogen wirkenden Dosen findet es in Heil- und Wahrsageri- tualen Verwendung, wo die gekauten, frischen Blätter bei den Konsumenten leb- hafte Visionen hervorrufen.

Im Jahre 1939 findet Salvia divinorum erstmals in der westlichen Literatur Erwäh- nung wird aber erst seit den 1980er-Jahren vermehrt im westlichen Kulturkreis kon- sumiert. Seitdem wird das Pflanzenmaterial auch in verschiedenen Formen (frische Blätter, getrocknete Blätter oder konzentrierte Extrakte und Tinkturen) im Handel an- geboten.

 

Salvia divinorum unterliegt seit dem 01.03.2008 dem BtMG (Anlage I: Nicht ver- kehrsfähige Betäubungsmittel). Herstellung, Einfuhr, Erwerb, Besitz und Weiterga- be/Handel sind strafbar.

 

Merkmale:

- Meist frische oder getrocknete Blätter mit unangenehm bitterem Geschmack.

- Es sind auch Extrakte (z.B. Salvia 5X, 50X oder XXL), die um den entsprechenden

  Faktor konzentrierter sind (z.B. Salvia 5X = 5-mal stärker als die Blätter), konzen-

  trierte Tinkturen und mit Extrakten oder Salvinorin A behandelte getrocknete Blät-

  ter erhältlich. Zudem scheint auch der Wirkstoff Salvinorin A – wenn auch recht

  selten – als Reinstoff erhältlich zu sein.

 

 

Gebrauch:

- Traditionell wird eine wässerige Lösung aus zermahlenen frischen Blättern getrun-

  ken, die recht bitter schmeckt. Diese Methode ist jedoch wenig effizient (aber sehr

  sicher), da sie zum einen eine große Menge an Blattmaterial benötigt (Salvino-

  rin A wird nur schlecht über den Magen-Darm-Trackt aufgenommen und auch

  durch die Magensäure zersetzt) und die Wirkung zwar langanhaltend aber recht

  schwach ist.

- Eine zweite traditionelle Methode ist es die Blätter zu kauen und danach zu

  schlucken. Die primäre Wirkung bei dieser Methode ist jedoch auf das Kauen und

  die hierbei über die Mundschleimhaut aufgenommene Menge an Salvinorin A zu-

  rückzuführen und nicht auf die durch den Magen-Darm-Trakt absorbierte Menge.

  Daher ist die effektivere Variante dieser Methode, die heutzutage quasi fast aus-

  schließlich angewandt wird, die Blätter zu einem Priem zu formen, diesen zu kau-

  en und während des Kauens immer wieder unter der Zunge zu legen, wo die Re-

  sorption von Salvinorin A hauptsächlich stattfindet. Der beim Kauen entstehende

  Saft wird möglichst für ca. 30 Minuten im Mund behalten und danach inklusive des

  Priems ausgespuckt.

  Für einen Priem aus getrockneten Blättern werden ca. 2 – 8 g (ca. 8 – 28 große

  Blätter) verwendet, die dann für ca. 10 Minuten in kaltes Wasser gelegt werden.

  Danach werden sie vorsichtig abgetrocknet und zu einem Priem (Zylinder oder Ku-

  gel) gerollt. Zur Geschmacksverbesserung können Zucker oder Honig hinzugege-

  ben werden. Bei frischen Blättern werden ebenfalls 8 – 28 große Blätter verwendet

  (andere Quellen sagen 6 – 10 mittelgroße Blätter). Prieme aus getrockneten Blät-

  tern sind jedch weniger bitter. Eine verbesserte Aufnahmefähigkeit der Mund-

  schleimhaut kann dadurch erzielt werden, indem man den Mund (Wangeninnen-

  seiten, Zunge und den Bereich unter der Zunge) zuvor mit einer Zahnbürste und

  Mundwasser reinigt. Hierbei werden die Schichten toter Zellen entfernt, die norma-

  lerweise einen natürlichen Mundschleimhautschutz bilden.

- Die getrockneten Blätter von Salvia divinorum werden meist geraucht, wobei ca.

  0,2 – 0,4 g getrocknetes Blattmaterial (oder ca. 2 – 8 Blätter) völlig ausreichend

  sein kann. Abhängig von der Konsumform (Joint, Pfeife, Bong oder Vaporizer)

  kann die Wirkung aber verschieden intensiv ausfallen. Mit einer Bong oder einem

  Vaporizer ist die Wirkung am heftigsten. Da der Verdampfungspunkt von Salvinorin

  A recht hoch liegt (ca. 240 °C) sollte das Blattmaterial stets direkt in die Flamme

  gehalten werden, um die nötigen Verbrennungstemperaturen zu erreichen, und der

  Rauch schnell und tief inhaliert werden. Da der heiße Rauch die Lunge schädigen

  kann, ist eine Bong, die den heißen Rauch abkühlt, zu bevorzugen und wird auch

  von den meisten Konsumenten verwendet. Handelsübliche Vaporizer, die für den

  Konsum von Cannabis konzipiert sind, funktionieren mit den Blättern und Extrak-

  ten von Salvia divinorum nicht, da sie nicht heiß genug werden.

- Extrakte sind primär zum Rauchen bestimmt während Tinkturen primär für die ora-

  le Aufnahme gedacht sind. Beide Varianten sind in verschiedenen Konzentrationen

  erhältlich. Bei der oralen Aufnahme erfolgt die Resorption wiederum über die

  Mundschleimhaut. Aufgrund der meist deutlich höheren Konzentration und der da-

  mit verbundenen problematischen Dosierung werden diese jedoch seltener ver-

  wendet. Reines Salvinorin A kann geraucht oder oral konsumiert werden. Dies

  sollte jedoch nur von sehr erfahrenen Konsumenten, die über eine Analysenwaage

  verfügen, praktiziert werden, da sehr genau dosiert werden muß.

- Die wirksame Dosis von Salvinorin A liegt bei ca. 150 – 500 μg. Ab einer Dosis

  von 1 mg (1000 μg) ist die Wirkung bereits sehr stark.

 

 

Wirkung:

- Beim Rauchen tritt die Wirkung nach ca. 30 Sekunden – 1 Minute ein und hält bis

  zu 40 Minuten an. Der intensive Wirkungszeitraum beträgt jedoch nur 5 – 15 Minu-

  ten, wobei die maximale Wirkung (Peak) nach ca. 2 Minuten erreicht wird und 1 –

  5 Minuten anhält.

- Beim Kauen tritt die Wirkung erst nach ca. 10 – 20 Minuten ein. Ca. 30 Minuten

  nach Wirkungseintritt wird die maximale Wirkung (Peak) erreicht, die dann für ca.

  30 – 60 Minuten anhält und danach weitere ca. 30 – 60 Minuten ausklingt. Die Wir-

  kung ist insgesamt schwächer als beim Rauchen.

- Bei Tinkturen, die ebenfalls im Mund behalten werden, setzt die Wirkung nach ca.

  10 – 15 Minuten ein und erreicht auch kurz darauf die maximale Wirkung, die dann

  für ca. 20 – 40 Minuten anhält. Nach weiteren ca. 30 – 60 Minuten klingt die Wir-

  kung aus.

- Die Wirkung von Salvinorin A auf die Psyche ist sehr speziell, kann sehr extrem

  sein und ist kaum mit anderen Halluzinogenen vergleichbar:

  - Bei mittlerer Dosis ist eine im weitesten Sinne LSD- oder Pilz-ähnliche Wirkung

    mit Halluzinationen (u.a. Farbveränderungen und Formverzerrungen) und einem

    verändertem Körpergefühl zu erwarten.

  - In höheren Dosen können verschiedene, teils sehr heftige Effekte auftreten, die

    bei gefühlt klarem Bewußtsein als völlig real erlebt werden. Eine Unterscheidung

    von Illusion und Realität ist nicht mehr möglich – man befindet sich in einer "neu-

    en Realität" nach deren Gesetzmäßigkeiten möglicherweise auch gehandelt wird.

  - Die folgenden Effekte können – je nach Rauschintensität – auftreten: Erhöhte

    Einsicht (häufig)/verminderte Einsicht (selten), verbesserte Gemütslage (häufig)/

    verschlechterte Gemütslage (selten), Erhöhtes Verbundenheitsgefühl mit der Na-

    tur und dem Universum (häufig)/ein vermindertes Gefühl (selten), Vermehrtes

    Schwitzen (häufig)/vermindertes Schwitzen (selten), Wärmegefühl (häufig)/Kälte-

    gefühl (selten), Erhöhte Selbstzufriedenheit (häufig)/verminderte Selbstzufrieden-

    heit (selten), unkontrollierbare Lachanfälle, extreme Persönlichkeitsveränderun-

    gen, "Kontakt zu anderen Wesen", scheinbare Zeitreisen, Erinnerungen an lange

    zurückliegende Ereignisse oder Orte, totale Körperverformung, das Gefühl sich in

    ein Objekt zu verwandeln oder damit zu verschmelzen, eine veränderte Wahrneh-

    mung von Geometrien, Trennung des Bewußtseins vom Körper, Erfahrung paral-

    leler Realitäten, das Gefühl sich an mehreren Orten gleichzeitig zu befinden, phi-

    losophische Einsichten, spirituelle Erfahrungen, Visionen, Denkstop, Zungenrede,

    (visuelle) Halluzinationen, Synästhesien und "ziehende Kräfte" am Körper. Zu-

    dem können eine verbesserte Konzentration aber auch Konzentrationsprobleme

    auftreten. Viele Konsumenten berichten auch von einem Gefühl der Gelassen-

    heit, wirren Gedanken, schnellen Gedankengängen und wechselnden Gefühlen.

- Es kann zu Koordinationsstörungen im gesamten Bewegungsapparat kommen

  (Unfallgefahr!). Zudem kann die intensive Wirkung bei unerfahrenen Konsumenten

  Desorientierung, Angst und Panik auslösen, was das Risiko von unüberlegten/ge-

  fährlichen Handlungen mit sich bringen kann.

- Die Effekte von Salvia divinorum sind mit geschlossenen Augen am besten; eine

  liegende Position am sichersten.

- Beim Abklingen des Rausches kehrt man in die Realität zurück und ein angeneh-

  mer Gemütszustand bleibt, jedoch können weiterhin Effekte wie das Nachleuchten

  von Objekten auftreten.

- Nach dem Rausch kann ein vermehrter Harndrang auftreten. Hat man Salvia divi-

  norum geraucht sind Kopfschmerzen möglich. Zumeist treten jedoch keinerlei ne-

  gative Begleiterscheinungen auf sondern man fühlt sich klar und geistig erfrischt.

 

- Hier ein Zitat aus der deutschen Übersetzung des Salvia Divinorum Benutzerhand-

  buchs vom 27.08.2003, in dem versucht wird, die verschiedenen Intensitätsstufen

  des Rauschs in einer 6-stufigen S-A-L-V-I-A Intensitätsskala zu beschreiben:

  - Level 1 – „S“ steht für subtile Effekte. Ein Gefühl, dass „etwas“ passiert, obwohl

    schwierig ist zu sagen, was denn genau. Entspannung und leicht gesteigerte Sin-

    neswahrnehmung können sich bemerkbar machen. Dieses milde Level ist nütz-

    lich für die Meditation. Auch sexuelle Empfindungen können bei manchen Perso-

    nen leicht verstärkt werden.

  - Level 2 – „A“ steht für veränderte (altered) Wahrnehmung. Wenn man die Augen

    öffnet sind Farben und Oberflächen stärker betont. Die Eindrücke von Musik kön-

    nen verstärkt sein. Die Tiefe des Raumes kann größer oder kleiner erscheinen.

    Visionen treten bei diesem Level allerdings nicht auf. Das Denken wird weniger

    logisch, sonder spielerischer; das Kurzzeitgedächtnis kann leicht beeinträchtigt

    sein.

  - Level 3 – „L“ steht für einen leicht visionären Zustand. Bei geschlossenen Augen

    nimmt die Vorstellung Visuelle Eindrücke bei geschlossenen Augen (deutliche Bil-

    der: Fraktale, geometrische Strukturen, Reben gleichende Muster, Visionen von

    Objekten und Gebilden). Diese vorgestellten Bilder sind oft zweidimensional.

    Falls optische Effekte bei geöffneten Augen auftreten, so sind sie normalerweise

    eher vage und flüchtig. Diese Phänomene ähneln den 'hypnagogischen Bildern',

    die man manchmal kurz vor dem Einschlafen wahrnimmt. Die Vorstellungen kön-

    nen problemlos von der realen Umgebung unterschieden werden.

  - Level 4 – "V" steht für einen lebhaft-visionären (vivid) Zustand. Komplexe dreidi-

    mensionale und realistisch wirkende Szenen treten auf. Manchmal können Stim-

    men vernommen werden. Bei geöffneten Augen bleibt der Kontakt mit der Reali-

    tät aufrecht, wenn du aber deine Augen schließt kannst du vollständig die Umge-

    bung vergessen und in eine traumartige Szenerie treten. Schamanische Reisen

    in andere Welten und Zeitalter können ebenso auftreten wie der Kontakt mit We-

    senheiten. Man kann sogar kurzfristig das Leben einer anderen Person führen.

    Mit geschlossenen Augen werden traumartige Sequenzen mit zusammenhängen-

    der Geschichte erlebt. Solange die Augen geschlossen bleiben, kann der Ein-

    druck entstehen, dass diese Geschehnisse tatsächlich passieren. Dies ist ein Un-

    terschied zu den optischen Effekten in Level 3.

  - Level 5 – "I" steht für immateriale Existenz. Bei diesem Level kann das Bewusst-

    sein über den eigenen Körper verloren werden. Man wird komplett von den Erfah-

    rungen der Innenwelt in Anspruch genommen und verliert den Kontakt mit der

    Welt um sich herum. Die Individualität wird aufgelöst, man kann eine Verschmel-

    zung mit Gott, dem kollektiven Bewußtsein, Archetypen, dem Universum oder bi-

    zarre Fusionen mit anderen Objekten verspüren (z. B. ein Verschmelzen mit der

    Zimmerwand oder einem Möbelstück). Ab diesem Level wird es unmöglich, sich

    in der alltäglichen Form der Realität zurechtzufinden - leider aber neigen manche

    Menschen dazu, in diesem Zustand nicht still zu halten und bewegen sich umher.

    Aus genau diesem Grund ist ein Begleiter ab diesem Level unerlässlich, um Si-

    cherheit für diese Menschen zu garantieren. Für Personen, die dieses Phänomen

    am eigenen Körper erleben kann es schrecklich oder äußerst angenehm sein, auf

    einen äußeren Beobachter wirkt diese Person aber verwirrt und desorientiert.

  - Level 6 – "A" steht für amnesische Effekte. Bei diesem Stadium wird entweder

    das Bewusstsein verloren, oder zumindest ist man unfähig, sich später daran zu

    erinnern, was man erlebt habt. Die Person kann fallen, oder bewegungslos blei-

    ben, schlafwandlerisches Verhalten ist möglich. Die Person könnte Verletzungen

    erleiden, ohne sofort Schmerz zu spüren. Es ist ganz eindeutig nicht wünschens-

    wert, dieses Level zu erreichen, da keine Erinnerungen an die Geschehnisse mit-

    genommen werden können und das Gefahrenpotential unvertretbar ist.

 

 

Gefahren:

- Über mögliche Risiken durch langanhaltenden und/oder hochdosierten Konsum

  von Salvia divinorum ist nur wenig bekannt. Auch über Wechselwirkungen mit an-

  deren Substanzen weiß man nicht viel.

- Da jede psychoaktive Substanz – insbesondere Halluzinogene – bereits nach ein-

  maligem Konsum latente (verborgende) Psychosen zum Ausbruch bringen kann,

  sollten Personen mit psychischen Vorerkrankungen oder labiler Psyche auf den

  Konsum von Salvia divinorum verzichten.

- Das Suchtpotential scheint eher gering zu sein, da eine derartig intensive Rausch-

  erfahrung nicht nach täglichem Wiederholen verlangt. Eine Toleranzentwicklung

  (höhere Dosis für gleiche Wirkung) tritt nicht auf. Vielmehr scheint nach mehrma-

  ligem Konsum bereits bei geringeren Dosen die gleiche Wirkung erzielt werden zu

  können.

- Das häufige Rauchen von Salvia divinorum ist schädlich für die Lunge. Ansonsten

  scheint es jedoch nur wenig toxisch oder organschädigend zu sein.

- Nach langanhaltendem Gebrauch können Gefühle auftreten, die an ein Déjà-vu er-

  innern.

- Während des Rausches besteht aufgrund der stark geminderten Körperkoordina-

  tion, möglicher Desorientierung und Unaufmerksamkeit eine hohe Unfallgefahr!

- Das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluß von Salvia divinorum ist gefährlich

  und wird mit dem Entzug der Fahrerlaubnis bestraft.

 

 

Safer Use:

- Salvia divinorum ist ein hochpotentes Rauschmittel und aufgrund seiner in-

  tensiven sehr speziellen Wirkung als Partydroge völlig ungeeignet!

- Will man Salvia divinorum konsumieren, sollte man die Umgebung und den Zeit-

  punkt sorgfältig wählen:
  - Konsumiere es nur in guter physischer und psychischer Verfassung. Du solltest

    keine größeren ungelösten Probleme im Kopf mit Dir herumschleppen. Fühlst Du

    Dich nicht gut/bereit, bist unerfahren oder hast psychische Probleme, ist die Ge-

    fahr etwas Negatives oder sogar einen "Horrortrip" zu erleben deutlich höher.

    Versuche Dich immer auf etwas Positives zu konzentrieren.
  - Konsumiere es nie alleine, sondern immer im Beisein von Freunden und/oder an-

    deren vertrauenswürdigen, erfahrenen Personen. Im Idealfall sollte nur ein nüch-

    terner Begleiter anwesend sein und sich ruhig verhalten, da weitere Personen

    häufig als störend empfunden werden.
  - Konsumiere es nur in einer angenehmen Umgebung. Ein stiller (oder nur mit lei-

    se berieselnder Musik), abgedunkelter Raum mit 1 – 2 sich ruhig verhaltenden

    Freunden ist die beste Umgebung. Störungen sollten vermieden werden. Stelle

    sicher, daß Du nicht durch andere Personen (oder auch Haustiere) gestört wirst.

    Schalte das Telefon und den Fernseher aus!
- Vermeide – auch im Beisein von nüchternen Begleitern – potentiell gefährliche
  Orte (Dächer, Klippen, Straßen, tiefe Gewässer, usw.) und halte Dich von gefähr-

  lichen Gegenständen (z.B. Waffen, offene Feuer) fern.

- Wie bei allen Naturdrogen kann der Wirkstoffgehalt stark schwanken. Taste Dich

  also nach jedem Kauf immer wieder vorsichtig mit niedrigen Dosen an die ge-

  wünschte Wirkung heran.

- Konsumiert man Salvia divinorum zum ersten mal, kann es sein, daß keine oder

  eine nur schwache Wirkung auftritt. Es kann ein paar Versuchen dauern, bis es

  das erste Mal richtig wirkt.

- Die Wirkung kann sich je nach Konsumform stark unterscheiden (Kauen: später,

  schwächer aber langanhaltender; Rauchen: schnell, stärker aber kürzer). Während

  ein Joint meist nur schwach wirkt, wirkt eine Pfeife schon stärker und eine Bong

  oder Vaporizer extrem stark und schnell. Stell das Rauchgerät nach einem Zug so-

  fort ab oder laß es Dir abnehmen, da der schnell einsetzende Rausch mit seinen

  möglichen Koordinationsstörungen leicht zu Feuer- oder Wasserschäden führen

  kann. Sei Dir bewußt, daß der Konsum von Extrakten, Tinkturen, mit Extrakten ver-

  sehenen Blättern oder gar reinem Salvinorin A extrem heftig sein kann, zumal man

  den Angaben bezüglich der Wirkstoffkonzentration keinen Glauben schenken darf.

  Das Kauen oder Rauchen von unbehandelten Blättern ist die sicherste Methode –

  insbesondere für Anfänger. Reines Salvinorin A sollte nur mit einer sehr genauen

  Analysenwaage dosiert und nur von sehr erfahrenen Personen in Begleitung eines

  Aufpassers konsumiert werden.

- Aufgrund der relativ wahrscheinlich auftretenden Koordinationsstörungen sollte im

  Sitzen oder Liegen konsumiert werden, um Stürze zu vermeiden.

- Unerfahrene Konsumenten sollten sehr vorsichtig dosieren, da eine zu hohe Dosis

  schnell zu Desorientierung, Angst- und Panikattacken in Verbindung mit unkontrol-

  lierten, gefährlichen Handlungen führen kann.

- Personen mit psychischen Vorerkrankungen oder einer labilen Psyche sollten Sal-

  via divinorum nicht konsumieren.

- Vermeide Mischkonsum, insbesondere wenn Du unerfahren im Umgang mit Salvia

  divinorum bist:

  - Es gibt nur wenig Erkenntnisse bzgl. der Wechselwirkungen mit anderen Sub-

    stanzen!

  - Bei den meisten Medikamenten scheint es zu keinen negativen Effekten zu kom-

    men. Dies muß jedoch nicht bedeuten, daß es bei Dir bzw. mit Deinen Medika-

    menten keine gibt!

  - In Kombination mit Alkohol oder anderen Drogen kann es zu unkalkulierbaren

    Rauschzuständen kommen. Ein starker Rausch mit Salvia divinorum überdeckt

    aber meist die Wirkung aller anderen gebräuchlichen Drogen.

  - In Kombination mit LSD, Pilzen oder anderen Halluzinogenen kann es zu einer

    Wirkungsverstärkung und/oder -veränderung kommen.

  - In Kombination mit GABA (ein Neurotransmitter, der auch als Nahrungsergän-

    zungsmittel erhältlich ist) könnte es zu Komplikationen in Form von Atembe-

    schwerden kommen.

- Halte ausreichend lange Pausen beim Konsum ein, um die starken psychischen

  Eindrücke verarbeiten zu können. Die meisten Konsumenten wollen Salvia divino-

  rum auch gar nicht häufiger konsumieren.

- Wenn jemand auf Salvia divinorum oder anderen Drogen negative Emotionen oder

  Panik erlebt, ist ein "Talking Down", hilfreich, d.h. auf die Person beruhigend ein-

  wirken, ein Gefühl der Sicherheit vermitteln und sie nicht alleine lassen. Als Beglei-

  ter sollte man wissen, daß die Effekte von Salvia divinorum – egal wie skurril sie

  anmuten mögen – nur kurz anhalten. Nach maximal einer Stunde (meist schon viel

  eher) ist wieder alles vorbei. Daher gilt: Keine Panik! Sorge für Sicherheit, damit

  sich der Konsument nicht verletzt oder Dinge zerstört. Hast Du als Begleiter keine

  eigenen Erfahrungen mit Salvia divinorum aber anderen Halluzinogenen, sind die-

  se Erfahrungen nur bedingt von Nutzen, da Salvia divinorum völlig anders wirkt.

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere am

  Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über

  die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

  Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 14.10.2015

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Artikel und Studien zu Salvia divinorum

 

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