eve&rave Münster e.V.
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m-CPP

 

Chemische Bezeichnung (IUPAC):

1-(3-Chlorphenyl)piperazin

 

Andere Bezeichnungen:

meta-Chlorphenylpiperazin (m-CPP), CPP, MCPP, (...)

 

Handelsnamen:

Metabolit der Antidepressiva Nefazodon (Nefadar® und Serzone®) und Trazodon (Thombran® und Trittico®).

 

Szenetypische Bezeichnungen:

(keine)

 

m-CPP zählt zur Stoffgruppe der Piperazine (wie z.B. auch BZP und TFMPP) und wirkt regulierend an bestimmten Serotonin-Rezeptoren. Es wirkt leicht euphorisierend und führt zu leichten Veränderungen in der visuellen Wahrnehmung, wobei die Ne- benwirkungen häufig die gewünschte Wirkung überwiegen.

 

Auf dem Schwarzmarkt ist m-CPP meist als einer von mehreren Inhaltsstoffen oder als Hauptbestandteil von vermeintlichen Ecstasy-Tabletten zu finden. Da es Übelkeit erzeugen kann, ent- halten diese Tabletten dann auch häufig Antiemetika (gegen Übelkeit) wie Domperidon (keine psychoaktive Wirkung) oder Metoclopramid (hat auch psychoaktive Wirkung und kann Nebenwirkungen anderer Substanzen ver- stärken). Laut der EMCDDA enthielten im Jahr 2006 schätzungsweise ca. 10% aller in der EU verkauften Ecstasy-Pillen, die eigentlich MDMA enthalten sollten, m-CPP, was sich bis zum Jahreswechsel 2008/2009 in einigen Mitgliedsstaaten auf bis zu 50% erhöht haben soll. Häufig enthalten diese vermeintlichen Ecstasy-Pillen auch Mischungen aus verschiedenen Piperazinen.

 

m-CPP unterliegt dem BtMG (Anlage II: Verkehrsfähige, aber nicht verschreibungs- fähige Betäubungsmittel). Herstellung, Einfuhr, Erwerb, Besitz und Weitergabe/Han- del sind strafbar!

 

Merkmale:

- Pulver, das häufig in Form von Tabletten als vermeintliches Ecstasy (MDMA) ver-

  kauft wird. Dabei kann es der Hauptwirkstoff sein oder nur einer von mehreren In-

  haltsstoffen.

 

 

Gebrauch:

- m-CPP wird geschluckt oder geschnupft.

- Eine geeignete Dosis zu finden, scheint nicht einfach zu sein.

 

 

Wirkung:

- m-CPP wirkt leicht euphorisierend und führt zu leichten Veränderungen in der visu-

  ellen Wahrnehmung. Eine leistungssteigernde Wirkung (z.B. Erhöhung des Puls-

  es) zeigt m-CPP nicht.

- Die Nebenwirkungen sind meist stärker als die gewünschte Wirkung. Es können

  Kopfschmerzen, Nierenschmerzen, Müdigkeit, Schwer-/Kurzatmigkeit, Schwindel,

  Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Nervosität, Zittern und Ängstlichkeit bis hin zu

  Panikattacken auftreten.

- Einige Konsumenten berichten, daß die Wirkung 7 – 10 Stunden anhalten kann

  und das Runterkommen mit unangenehmen psychischen Mißempfindungen ver-

  bunden ist.

- Die Nachwirkungen in Form von Abgeschlagenheit und depressiven Verstimmun-

  gen können mehrere Tage anhalten.

- Der Urin kann sich nach dem Konsum für 2 – 3 Tage rostbraun bis rötlich verfär-

  ben.

 

 

Gefahren:

- Über Langzeitrisiken bei regelmäßigem und/oder hochdosiertem Konsum von

  m-CPP ist bisher nur wenig bekannt. Regelmäßiger Konsum kann zu sexuellen

  Funktionsstörungen, psychomotorischer Unruhe, Angstzuständen und Depressio-

  nen führen.

- m-CPP bildet sich auch bei der Verstoffwechselung der Antidepressiva Nefazodon

  und Trazodon als Metabolit im Körper.

- Das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluß von m-CPP ist gefährlich und wird

  mit dem Entzug der Fahrerlaubnis bestraft.

 

 

Safer Use:

Da über die Risiken des m-CPP-Konsums nur wenig bekannt ist, sollten neben den hier aufgeführten Safer-Use-Hinweisen auch die allgemeinen Informationen zum Gebrauch von Drogen und die allgemeinen Hinweise speziell zu "Neue psychoak- tive Substanzen" beachtet werden.

- Vom bewußten Konsum von m-CPP ist abzuraten! 

- Wenn Du vermeintliche Ecstasy-Pillen gekauft hast, teste sie erst vorsichtig an

  (1/4 – maximal 1/2 Pille und 2 Stunden warten). Stellen sich die unter "Wirkungen"

  aufgeführten Nebenwirkungen ein, verzichte auf das Nachlegen.

- Mischkonsum ist generell riskanter. Die folgenden Substanzen solltest Du auf kei-

  nen Fall zeitnah zu m-CPP konsumieren:

  - MDMA (Ecstasy) kann zu Krampfanfällen führen.

  - Amphetamine wie z.B. Amphetamin (Speed) und Coffein können das Herz-/

    Kreislaufsystem stark belasten.

- Trinke ausreichend antialkoholische und coffeinfreie Getränke, um Dehydratation

  vorzubeugen.

- Personen mit der Veranlagung zu Migräne sollten m-CPP nicht konsumieren, da

  die Wahrscheinlichkeit für einen Migräneanfall extrem hoch ist.

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere am

  Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über

  die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

  Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 15.07.2015

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