eve&rave Münster e.V.
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MDAI

 

Chemische Bezeichnung (IUPAC):

6,7-Dihydro-5H-indeno[5,6-d][1,3]dioxol-6-amin

 

Andere Bezeichnungen:

5,6-Methylendioxy-2-aminoindan (MDAI), (...)

 

Handelsnamen:

(keine)

 

Szenetypische Bezeichnungen:

(keine)

 

MDAI würde in den 1990er-Jahren entwickelt und zählt zu den Aminoindan-Derivaten. MDAI wirkt – ähnlich wie MDMA (Ecsta- sy) – auf das Serotoninsystem, hat aber nur schwache stimulie- rende und euphorisierende Eigenschaften und wirkt scheinbar auch sehr viel weniger neurotoxisch als MDMA.

Es ist ca. seit 2009 auf dem Schwarzmarkt erhältlich.

 

MDAI unterliegt nicht dem BtMG (Stand: Mai 2015).

 

 

 

Merkmale:

- Weißes bis bräunliches Pulver.

 

 

Gebrauch:

- MDAI wird geschluckt oder geschnupft.

- Die oral wirksame Dosis liegt bei ca. 50 – 120 mg.

 

 

Wirkung:

- Die Wirkung setzt nach ca. 1 Stunde ein und hält ca. 8 Stunden an.

- Die Wirkung von MDAI ist nur schwach stimulierend und euphorisierend. In man-

  chen Fällen kann es aber scheinbar auch sedierend wirken. Es wirkt vermutlich –

  ähnlich wie MDMA (Ecstasy)empathogen/entaktogen und besitzt wahrneh-

  mungsverändernde Eigenschaften (visuell und auditiv).

- Der Puls kann sich erhöhen, die Körpertemperatur kann steigen und leichte Ver-

  wirrung ist möglich.


 

Gefahren:

- Über MDAI ist recht wenig bekannt. Da es eine kreislaufstimulierende Wirkung hat,

  ist eine gewisse Belastung für das Herz-/Kreislaufsystems nicht auszuschließen.

- Die neurotoxische Wirkung von MDAI scheint geringer zu sein als die von MDMA

  (Ecstasy).

- Das Führen eines Fahrzeuges unter dem Einfluß gleich welchem Rauschmittels ist

  grundsätzlich gefährlich und kann – auch wenn dies nicht dem BtMG unterliegt –

  bei Auffälligkeiten im Fahrverhalten oder anderen Ausfallerscheinungen nach

  § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) mit dem Entzug der Fahrerlaubnis bestraft

  werden.

 

 

Safer Use:

Da zu wenige Informationen über MDAI vorliegen, können noch keine substanzspe-

zifischen Safer-Use-Informationen gegeben werden. Daher hier nur die allgemeinen Safer-Use-Regeln für "Neue psychoaktive Substanzen (NPS)":

- Da die kurzzeitigen Wirkungen und Nebenwirkungen von NPS (ob Reinstoff oder

  Fertigprodukt/-mischung) meist nur unvollständig bekannt und dokumentiert sind

  und man über Langzeitrisiken meist gar nichts weiß, ist vom Konsum von NPS

  dringend abzuraten! Konsumierst Du NPS, machst Du Dich zur Laborratte!!!
- Wer dennoch mit NPS experimentieren will, sollte körperlich und psychisch fit sein

  und sich im Vorfeld gründlich über die Substanz(en) informiert haben. Außerdem

  sollte man vor dem Konsum immer eine geringe Menge auf der Haut auf allergi-

  sche Reaktionen testen und erst danach eine nicht wirksame Minimaldosis konsu-

  mieren. Warte nach dem Konsum mehrere Stunden – um wirklich sicher zu gehen

  mehr als 24 Stunden – auf ungewöhnliche Symptome, die auf eine Allergie hindeu-

  ten könnten. Bei allergischen Reaktionen sollte man die Substanz auf keinen Fall

  weiter konsumieren! Der Allergietest sollte nach jedem Kauf durchgeführt werden,

  da man sich nie sicher sein kann, welche Substanz(-mischung) man erworben hat.

- Beim ersten Konsum sollte stets eine nicht wirksame Minimaldosis getestet wer-

  den, um sich dann vorsichtig an die wirksame Dosis heranzutasten. Bedenke, daß

  der Wirkungseintritt schon nach kurzer Zeit oder erst nach einigen Stunden erfol-

  gen kann! Lege nicht übereilt nach und bedenke, daß Du durch das Nachlegen die

  Wirkstoffkonzentration in Deinem Körper möglicherweise erhöhst, da die zuvor

  konsumierte Menge eventuell noch nicht (vollständig) abgebaut ist! Solche Selbst-

  versuche sollten stets in einem sicheren Umfeld mit einem erfahrenen und einge-

  weihten Aufpasser stattfinden, der zur Not Hilfe holen kann. Solche Experimente

  sind nichts für Parties!

- Personen mit Herz-/Kreislaufbeschwerden oder -erkrankungen, hohem Blutdruck,

  Schilddrüsenproblemen, Leber- oder Nierenerkrankungen, Asthma, Diabetes, Epi-

  lepsie oder psychischen Erkrankungen sowie alle Personen, die Medikamente zu

  sich nehmen, sollten auf den Konsum von NPS verzichten, da häufig keine (zuver-

  lässigen) Informationen zu organischen Belastungen und Wechselwirkungen vor-

  liegen.

- Verwende bei nasalem Konsum eine saubere Unterlage und Dein eigenes, sau-

  beres Ziehröhrchen (keine Geldscheine!), um Dich vor übertragbaren Krankheiten

  zu schützen. Teile keine Nadeln oder Spritzen!

- Da für die meisten NPS kaum Informationen zu Wechselwirkungen vorliegen, sol-

  lte jeglicher Mischkonsum vermieden werden.

  - Trinke keinen Alkohol, da dieser die Wirkung verstärken oder verändern kann.

    Außerdem ist bei einigen NPS die Alkoholwirkung nicht mehr spürbar, was zu ei-

    ner Alkoholvergiftung führen kann.

- Trinke ausreichend alkoholfreie Getränke, um Dehydratation zu vermeiden.

- Halte beim Konsum größere Zeitabstände von mehreren Wochen ein, um einer

  möglichen Abhängigkeit und Toleranzentwicklung vorzubeugen.

- Laß Personen, die unter dem Einfluß von NPS in Panik geraten oder Horrortrips

  erleben nie allein! Die Gefahr, daß sie sich etwas antun oder in gefährliche Situa-

  tionen geraten, ist zu groß!

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere am

  Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über

  die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

  Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 06.09.2015

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