eve&rave Münster e.V.
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K.O.-Tropfen

 

Sammelbegriff für verschiedene Substanzen

 

Mögliche Inhaltsstoffe:

Anticholinergika (z.B. Atropin, Scopolamin), Antihistaminika, Barbiturate, Benzo-diazepine (z.B. Flunitrazepam, Temazepam), Chloralhydrat, GHB (inkl. GBL und BDO), Ketamin, Methyprylon und Neuroleptika.

 

Andere Bezeichnungen:

Knockout-Tropfen, Date-Rape-Drogen

 

Szenetypische Bezeichnungen:

K.O.-Tropfen, (...)

 

Bereits seit einigen Jahren häufen sich die Hinweise über den kriminellen Einsatz von verschiedenen Medi- kamenten mit beruhigender und schlaffördernder Wir- kung, die auch als K.O.-Tropfen bezeichnet werden. Häufig werden diese Tropfen im Rahmen von Straftaten wie Sexual- oder Eigentumsdelikten genutzt, um das Opfer bewußt- bzw. willenlos zu machen. Die Opfer wir- ken hierbei auf Außenstehende meist stark betrunken und haben an die Zeit des Rausches häufig keinerlei Erinnerungen oder größere Erinnerungslücken. Im Nachhinein überwiegt bei den Betroffenen häufig das Gefühl von Scham und Un- sicherheit, was vermutlich auch die Erklärung dafür ist, daß nur wenige, die Opfer von K.O.-Tropfen wurden, eine Anzeige bei der Polizei erstatten.

Den Nachweis zu erbringen, daß man Opfer eines solchen Deliktes wurde, ist häu- fig nicht leicht, da einige Substanzen, die in K.O.-Tropfen Verwendung finden, nur sehr kurz (teilweise unter 24 Stunden) im Körper nachweisbar sind.

Der sexuelle Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen wird nach deutschem Recht gemäß § 179 StGB mit Haftstrafen geahndet. Darüber hinaus erfüllt jedoch bereits das Verabreichen von K.O.-Tropfen den Straftatbestand der gefährlichen Körper-verletzung.

 

Merkmale:

- Flüssigkeit, die verschiedene Substanzen enthalten kann.

 


Gefahren:
Die häufig als K.O.-Tropfen verwendeten Substanzen können im Rahmen einer Überdosierung oder im Zusammenhang einer Wechselwirkung mit anderen Drogen, Alkohol oder Medikamenten zu Atemstillstand, Bewußtlosigkeit, Übelkeit oder Schwindel führen. Weiterhin können Gedächtnislücken auftreten.
Besteht der Verdacht, daß eine Person ein Opfer von K.O.-Tropfen wurde, sofort den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen, um einen Arzt hinzuzu-

ziehen.

Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 


Welche Substanzen werden in K.O-Tropfen verwendet?


Liquid Ecstasy (GHB oder dessen Vorläufersubstanzen GBL und BDO)

GHB wurde als Schlaf- und Narkosemittel genutzt. Inzwischen hat es seine medi- zinische Bedeutung jedoch verloren. GHB wird zudem häufig aus dem Industrie-lösungsmittel GBL gewonnen (oder GBL wird direkt benutzt), welches stark mit industriellen Giftstoffen belastet sein kann.

Merkmale: GHB bzw. GBL ist flüssig. Es ist geruchsneutral und hat einen leicht salzigen bzw. seifig-chemischen Geschmack.

Wirkung: Die Wirkung ist stark dosisabhängig. Sie beginnt etwa 15 – 20 Minuten nach der Einnahme und hält etwa 2 – 4 Stunden an. In geringen Dosen wirkt es entspannend und euphorisierend. In höheren Dosen wirkt es einschläfernd und kann zu einem komaähnlichen Tiefschlaf führen. In Verbindung mit anderen Drogen kommt es zu einer dramatischen Veränderung bzw. Verstärkung der Wirkung. In Verbindung mit Alkohol wird das Erinnerungsvermögen stark beeinträchtig.

Nebenwirkungen/Gefahren: Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Verwirrtheit und Krämpfe. Bei hohen Dosen kommt es zu einem komaartigen Schlaf, der mit einer tödlichen Atemlähmung einhergehen kann. In Verbindung mit Alkohol wirkt es auf das Erinnerungsvermögen ein und kann bereits in geringsten Dosierungen zu einer Atemlähmung führen!

Nachweis: Die Nachweisdauer im Blut beträgt ca. 6 – 10 Stunden, im Urin ca. 12 – 24 Stunden.


- Benzodiazepine

Merkmale: Benzodiazipine sind eine Medikamentengruppe, die zur kurzfristigen Behandlung von Schlafstörungen und zur Beruhigung vor Narkosen oder bei An- spannungszuständen eingesetzt werden. Sie werden in Tablettenform verschrieben. Bekannte Wirkstoffe aus der Gruppe sind zum Beispiel Diazepam oder Flunitraze- pam.

Wirkung: Die Wirkungsdauer und Intensität variieren stark zwischen den verschie- denen Präparaten. Benzodiazepine wirken insgesamt schlafanregend, muskelent-spannend und krampflösend. Zudem dämpfen sie die bewußte Wahrnehmung und Intensität von Gefühlen und Aggressionen.

Nebenwirkungen/Gefahren: Bei einer Überdosierung oder in Verbindung mit Alko- hol oder anderen Drogen wird die Wirkungsintensität u.U. erhöht und kann zum Tod durch Atemlähmung führen. Zudem führt die Verbindung mit Alkohol bei einigen Präparaten zu Gedächtnisverlust.


Nachweis: Die Nachweisdauer im Blut beträgt einige Stunden bis Tage (im Urin mehrere Tage).


Ketamin

Merkmale: Ketamin existiert in flüssiger Form oder als weißes kristallines Pulver. In der Medizin wird es als Narkosemittel bzw. Anästhetikum verwendet und intravenös verabreicht. Als Droge wird es seit den 1980er/90er Jahren in der Technoszene auch geschluckt oder geschnupft.

Wirkung: Geschluckt wirkt Ketamin nach etwa 15 – 20 Minuten. In den ersten 30 Minuten nach Wirkungsbeginn tritt ein Dämmerzustand und Schmerzunempfind-lichkeit auf. Danach kann es zu Körperhalluzinationen, dem Erleben von Zeitlosig- keit, lebhaften Farbeindrücken, dem Gefühl, den Körper zu verlassen oder auch einer Auflösung der Ich-Umwelt-Grenzen kommen. Es treten Störungen oder Beein-trächtigungen von Körperfunktionen und Sprachvermögen auf.

Nebenwirkungen/Gefahren: Es kann zu unkontrollierbaren Rauschzuständen, Bewußtlosigkeit, Übelkeit/Erbrechen, Schwindel, Kontrollverlust über den eigenen Körper und zu psychosenahem Erleben kommen. Bei Überdosierung oder Wechsel-wirkung mit Alkohol, Drogen oder Medikamenten besteht u.U. Lebensgefahr.

Nachweis: Ketamin ist im Urin etwa 2 – 4 Tage nachweisbar.


Barbiturate

Barbiturate wurden früher bevorzugt als K.O.-Tropfen verwendet. Heute finden sie eher selten Verwendung.

Merkmale: Sammelbegriff für Schlafmittel und Antileptika auf der Basis von Barbi-tursäure. Heute werden Barbiturate mit einer Ausnahme nicht mehr therapeutisch verwendet.

Wirkung: Die Wirkung ist stark von der Dosis und dem Präparat abhängig. Sie reicht von Beruhigung bei niedrigen Dosen, über Schlaf bei hohen Dosen, bis zur Narkose bei sehr hohen Dosen.

Nebenwirkungen/Gefahren: Bei akuten Vergiftungen kann es zur Bewußtlosigkeit, Atemhemmung und Tod durch Kreislaufversagen kommen. In Verbindung mit Alko- hol wird die Wirkung vervielfacht.

Nachweis: Je nach Präparat kann die Nachweisbarkeit zwischen 24 Stunden und drei Wochen variieren.


Wie kann ich mich vor K.O.-Tropfen schützen?

1. Niemals ein Getränk unbeaufsichtigt lassen

    Wenn Du aus irgendeinem Grund nicht die Möglichkeit hast, Dein Getränk mitzu-

    nehmen, bitte eine Person Deines Vertrauens auf Dein Getränk aufzupassen.

2. Getränke selbst bestellen und entgegennehmen

    Auch wenn Dir jemand ein Getränk ausgeben möchte, solltest Du dabei sein,

    wenn er es bestellt und es selbst entgegennehmen.

3. Achte auf Deine Freunde/innen (und auch andere Gäste)

    Wenn Du siehst, daß Deine Freundin extrem neben sich steht, bestell ihr ein Taxi,

    wende Dich an die Türsteher oder bring sie am besten sofort ins Krankenhaus,

    da viele Substanzen in Verbindung mit Alkohol, Drogen und Medikamenten

    extrem gefährlich werden können.

4. Gesundes Mißtrauen

    Nicht alle Leute, die Du triffst, sind gefährlich, aber geh lieber sicher: Nicht jeder

    Typ mit einem netten Lächeln ist auch ein netter Typ.



Was kann ich tun, wenn ich den Verdacht habe Opfer von K.O.-Tropfen zu sein?

Du solltest auf jeden Fall sofort zum Arzt gehen. Viele Substanzen sind bereits nach zwei Tagen nicht mehr nachweisbar und dann hast Du kaum noch eine Chance, das Ganze zu beweisen. Verlange beim Arzt, daß er Dich auf die oben erwähnten Sub- stanzen testet! Die Standardtests decken einige Substanzen nicht ab. Bestehe da- rauf, daß Du auch auf diese Substanzen getestet wirst. Bereits der Einsatz von K.O.-Tropfen gegen Deinen Willen ist eine Körperverletzung, welche durch den Substanz-nachweis auch noch später bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden kann.

 

Für Betroffene gibt es in Münster den Frauen-Notruf, erreichbar unter 0251-34443.

 

 

Letzte Änderungen: 24.10.2016

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