eve&rave Münster e.V.
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Sex & Drogen

 

Sex unter dem Einfluß von Drogen kann neben einem erheblichen Lustgewinn auch viele Risiken mit sich bringen, die im Rausch allzuleicht ausgeblendet werden.

 

Außerdem sollte der Sex auf welcher Droge auch immer niemals zur Regel werden, sondern immer ein besonderes Erlebnis bleiben, da neben gesundheitlichen Risiken auch die Gefahr besteht, daß man ohne Drogen nicht mehr kann oder es einem so wenig Freude bereitet, daß man nicht mehr will.

 

Ein häufig unterschätztes Risiko beim Sex unter dem Einfluß von Drogen ist, daß die Antibabypille versagen kann (nicht nur aufgrund von Durchfall oder Erbrechen!), wenn die Frau beispielsweise größere Mengen Amphetamin konsumiert hat. Beson- ders bei regelmäßigem Konsum kann der Menstruationszyklus reichlich durcheinan- der geraten. Man sollte also auch in einer festen Partnerschaft in diesem Fall bes- ser ein Kondom verwenden, wenn man sicher gehen will, daß sich kein ungewollter Kindersegen einstellt. Das Risiko, daß ein unter dem Einfluß von Rauschmitteln ge- zeugtes oder sich im Mutterleib entwickelndes Kind körperlich oder geistig geschä- digt zur Welt kommt, ist deutlich erhöht.

 

Viele Drogen wirken aphrodisierend (luststeigernd) und leistungssteigernd oder er- regungsdämpfend. Das hängt jedoch nicht nur von der Substanz, sondern auch von der konsumierten Menge und der Mischung mit anderen Substanzen ab. Nimm nie- mals Sildenafil (Viagra®) oder vergleichbare Potenzmittel und Poppers oder auch GHB/GBL/BDO und Alkohol zusammen ein! Es besteht Lebensgefahr! Wirkt eine Droge in geringen Mengen aphrodisierend, so kann eine größere Menge davon auch dafür sorgen, daß nichts mehr geht. Amphetamin wirkt leistungsstei-gernd, Alkohol in größeren Mengen dämpfend (auf das Nervensystem) und Kokain sogar betäubend, insbesondere dann, wenn es direkt auf die Eichel oder Klitoris aufgetragen wird. Da Kokain stark aphrodisierend wirken kann, aber auch unemp-findlich macht, kann der Sex sehr lange dauern und/ oder sehr hart sein.

In solchen Fällen empfiehlt es sich das Kondom auch mal zu wechseln, um Ver- schleiß und damit das Platzen des Kondoms zu verhindern. Außerdem trocknen ei- nige Drogen wie z.B. Amphetamin, MDMA, LSD, Kokain und Methamphetamin die Schleimhäute aus, was dazu führen kann, daß das Kondom aufgrund der höheren Reibung reißt. Es empfiehlt sich also immer mehrere Kondome und auch Gleitmittel griffbereit zu haben, um für einen solchen Fall gewappnet zu sein.

 

Der Sex unter leistungssteigernden oder erregungsmindernden Drogen kann auch dazu führen, daß der Mann aufgrund des größeren Flüssigkeitsverlusts an Stehver- mögen einbüßt. In diesem Fall können Pausen und ausreichend nicht-alkoholische Getränke weiterhelfen.

 

Sex unter Drogen macht aber auch experimentierfreudiger, hemmungsloser und leichtsinniger. Das birgt das Risiko, daß man für den Partner über das Ziel hinaus-schießt und Dinge tut, die der Partner nicht will. Ist man erstmal so richtig in Fahrt, bemerkt man dies unter Umständen gar nicht oder will es nicht wahrhaben. Ein NEIN heißt aber auch auf Drogen nein, es sei denn, daß im Vorfeld ein anderes Code-Wort für NEIN vereinbart wurde.

Konsumiere niemals soviel, daß Du Dich nicht mehr wehren oder Du den Wider- stand Deines Partners nicht mehr wahrnehmen kannst. Substanzen, die Dich wehr- los machen könnten (z.B. K.O.-Tropfen, GHB/GBL/BDO oder Ketamin), solltest Du meiden.

 

Hat man an einem netten Abend im Club (oder wo auch immer) das noch weitest- gehend unbekannte Objekt seiner Begierde erobert und soweit bezirzt, daß es zur Sache gehen kann, ist unter dem Einfluß von Drogen der Gedanke an sexuell über- tragbaren Krankheiten möglicherweise ganz weit weg. Ist gerade kein Kondom zur Hand, so erliegt man möglicherweise dem Gedanken, daß schon alles gut gehen wird. Um erst gar nicht in diese prekäre Lage (Geilheit vs. Vernunft) zu geraten, sol- lte man immer ein Kondom dabei haben. Man weiß ja nie, was so an einem Abend passiert. Manchmal kommt es anders als man denkt.

 

Sexuell übertragbare Krankheiten kann man sich aber auch über Umwege einfan- gen. Waren beim Sex die Finger im Spiel, wasch Dir die Hände bevor Du Dir damit in den Mund, die Augen oder Nase faßt. Kleine Verletzungen der Nasenschleim-häute, wie man sie sich u.a. auch durch das Ziehen von Amphetamin oder Kokain einhandeln kann, oder ein langer scharfer Fingernagel reichen schon aus, um Kei- me in die Blutbahn zu bringen.

 

Hast Du vor, Dich auf ein sexuelles Abenteuer mit einer noch weitestgehend unbe- kannten Person einzulassen, kläre ab, wie weit Ihr am ersten Abend gehen wollt, um nicht Dein seelisches Gleichgewicht oder das Deines Partners zu stören. Zu oft zieht eine überstürzte, schnelle Nummer einen emotionalen Kater nach sich, der in keinem Verhältnis zu dem kurzfristigen Lustgewinn steht.

 

Apropos "netter Abend". Ein Flirt oder Seitensprung fällt einem unter dem Einfluß von Drogen leichter. Setze keine intakte Beziehung dafür aufs Spiel. Das ist es nicht wert! Erfreue Dich lieber an der Möglichkeit, daß Du es hättest tun können oder klä- re im Vorfeld mit Deinem Partner ab, wo für ihn/sie die Untreue anfängt und ob er/ sie wissen möchte, wenn ein einmaliger Ausrutscher passiert ist (sei es nur ein Flirt, Kuß oder auch mehr). Viele Mißverständnisse und Beziehungskrisen, die mit amou- rösen Abenteuern zu tun haben, ließen sich vermeiden, wenn mann/frau wüßte, wie der Partner diesbezüglich tickt. Vielleicht ist er/sie liberaler oder auch konservativer, wie Du gedacht hättest. Du hast aber möglicherweise nie ernsthaft gefragt, sondern es Dir nur gedacht.

 

Bei medizinischen Notfällen oder sexuellen Übergriffen den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere im Fall von medizinischen Notfällen am Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 08.11.2016

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