eve&rave Münster e.V.
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Escitalopram

 

Chemische Bezeichnung (IUPAC):

(1S)-1-[3-(Dimethylamino)propyl]-1-(4-fluorphenyl)-1,3-dihydro-2-benzofuran-5-carbonitril

 

Andere Bezeichnungen:

Escitalopram, (S)-Citalopram, S(+)-Citalopram, (1S)-1-(3-Dimethylaminopropyl)-1-(4-fluorophenyl)-3H-2-benzofuran-5-carbonitril, (...)

 

Handelsnamen:

Cipralex®, Lexapro®, Seroplex®, (...)

 

Szenetypische Bezeichnungen:

(keine)

 

Escitalopram ist ein Antidepressivum aus der Stoffgruppe der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), welches 1997 entwickelt wurde. Bei der Substanz handelt es sich um die (S)-Form des Citaloprams, welches bei der Syn-these als Racemat [1:1-Gemisch der spiegelbildlichen (R)- und (S)-Form des Moleküls] entsteht. Sowohl Citalopram als Racemat als auch Escitalopram werden bei der Behandlung von Depressionen in Verbindung mit affektiven Störungen und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt, wobei Escitalopram vermutlich etwas wirksamer ist.

Im Jahre 2011 war Citalopram das am häufigsten verordnete Psychopharmakon in Deutschland. Neben seiner Anwendung als Antidepressivum wird Citalopram auch von einigen Menschen (z.B. Schülern und Studenten) zum Hirn-Doping (Neuro-En- hancement) mißbraucht. Diesbezügliche Informationen findest Du hier.

 

Escitalopram unterliegt in Deutschland dem Arzneimittelgesetz (AMG). Es ist re- zeptpflichtig und darf nicht frei gehandelt werden.

 

Da Citalopram zu 50% aus Escitalopram besteht, sind auch die Eigenschaften und Risiken der beiden Arzneimittel sehr ähnlich. Daher sind im folgenden primär die Eigenschaften des Citaloprams aufgeführt.

 

Merkmale:

- Escitalopram ist in Form von Tabletten (5, 10, 15 oder 20 mg) und Tropfen zur

  oralen Einnahme erhältlich.

 

 

Gebrauch:

- Zur Behandlung von depressiven Erkrankungen, Panik- und Angststörungen, wo-

  bei die stimmungsaufhellende Wirkung bei Depressionen erst nach etwa 2 Wo-

  chen eintritt und sich die volle Wirksamkeit meist erst nach 2–4-wöchiger Einnah-

  me entfaltet.

- Die tägliche Maximaldosis Escitalopram liegt bei 40 mg. Patienten über 65 Jahre

  sollten nicht mehr als 10 mg und Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion nicht

  mehr als 20 mg täglich zu sich nehmen.

 

 

Wirkung:

- Citalopram hat eine verhältnismäßig lange Halbwertszeit von etwa 36 Stunden.

- Es hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin.

- Bei psychisch ernsthaft erkrankten Menschen (NICHT, wenn es einem mal

  schlecht geht) kann es u.U. das psychische Wohlbefinden (z.B. Aktivität, Stim-

  mungsaufhellung) verbessern.

- Bei gesunden Menschen (häufig zum Zweck des Hirn-Dopings mißbraucht) stellt

  sich keine Stimmungsverbesserung ein. Zudem kann es die Aufmerksamkeit sen-

  ken und müde machen.

 

 

Gefahren:

- Citalopram kann unüberlegte, übermütige Entscheidungen und Handlungen be-

  günstigen und die Konfliktbereitschaft fördern.

- Depressionen können sich verschlimmern und es kann zu Selbstverletzungs- und

  Selbstmordgedanken kommen. Das Suizidrisiko in der Altersgruppe bis 25 Jahre

  ist erhöht.

- Nach der Einnahme können als akute Nebenwirkungen Mundtrockenheit, vermin-

  derter Appetit, Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Kopf-

  schmerzen, Schwindel, Nervosität, Zittern (Tremor), Herzklopfen (Palpitation), Fie-

  ber, vermehrtes Schwitzen und Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Schlaflosig-

  keit, Müdig- und Schläfrigkeit, Sehstörungen (Akkommodationsstörungen) und

  Entkräftung/Erschöpfung/Schwäche auftreten. Viele dieser Symptome legen sich

  aber meist nach einigen Tagen oder schwächen sich ab. Ein Schnupfen (Rhinitis)

  kann u.U. über die gesamte Behandlungsdauer anhalten.

- Wie bei allen Serotonin-Wiederaufnahmehemmern können sexuelle Störungen

  (Libido-, Orgasmus-, Ejakulations- und/oder Potenzstörungen) auftreten, die u.U.

  über Monate oder auch Jahre nach der Einnahme fortbestehen können (Post SSRI

  Sexual Dysfunction).

- Citalopram kann die Leberfunktion einschränken und zu Leberschädigungen füh-

  ren. Zudem kann es das QT-Intervall des Herzens verlängern (Patienten mit einem

  Long-QT-Syndrom sollte es nicht verschrieben werden) und Herzrhythmusstörun-

  gen verursachen.

- Es kann in seltenen Fällen zu einem Serotoninsyndrom (Serotoninüberschuß)

  kommen, was u.U. tödlich enden kann. Eine zusätzliche Einnahme von Substan-

  zen, die die Serotoninbildung oder -ausschüttung fördern oder dessen Abbau oder

  Wiederaufnahme hemmen, erhöht dieses Risiko nochmals deutlich.

- Neben den oben erwähnten Nebenwirkungen sind bei Antidepressiva des SSRI-

  Typs noch folgende weitere bekannt: Appetitlosigkeit, Gewichtszunahme, Verdau-

  ungsstörungen, Benommenheit, geringere Herzfrequenz, erhöhte Herzfrequenz,

  Nackenschmerzen, Kieferschmerzen, Schmerzen im ganzen Körper, stechende

  Schmerzen im Kopf und/oder in den Gliedmaßen, Unterleibsschmerzen, Hitzewal-

  lungen, Grippesymptome, Gefühllosigkeit, emotionale Abstumpfung, Reizbarkeit,

  Angstzustände und Akathisie (unkontrollierte Bewegungen; motorische Unruhe).

- Wie bei allen Antidepressiva kann es beim Absetzen zu erheblichen körperlichen

  und psychischen Entzugserscheinungen kommen, die von Ärzten gern verharmlo-

  send auch als „Absetz-Syndrom“ bezeichnet werden. Das abrupte Absetzen kann

  Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Empfindungsstörungen,

  Parästhesien, Nervosität, Angst, Zittern (Tremor), Herzklopfen (Palpitation), ver-

  mehrtes Schwitzen und Schlafstörungen auslösen, welche auch eine erhebliche

  Zeit über das Absetzten hinaus fortbestehen können. Daher sollte Citalopram stets

  langsam abgesetzt (ausgeschlichen) werden.

- Das Führen eines Fahrzeuges unter dem Einfluß gleich welchem Rauschmittels ist

  grundsätzlich gefährlich und kann – auch wenn dies nicht dem BtMG unterliegt –

  bei Auffälligkeiten im Fahrverhalten oder anderen Ausfallerscheinungen nach

  § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) mit dem Entzug der Fahrerlaubnis bestraft

  werden.

 

 

Safer Use:

- Escitalopram sollte nur bei starken psychischen Problemen und nur unter ärztli-

  cher Aufsicht eingenommen werden. Bevor man jedoch zur chemischen Keule der

  Antidepressiva greift, sollte man unbedingt mal ernsthaft in sich gehen, um die Ur-

  sachen der Mißempfindungen zu ergründen (evtl. auch unter Zuhilfenahme eines

  Psychotherapeuten) damit diese gegebenenfalls abgestellt werden können. Außer-

  dem sollte man sich mal gründlich medizinisch untersuchen lassen (Differentialdia-

  gnose), da bestimmte Symptomatiken auch durch organische Probleme (z.B.

  Schilddrüsenfehlfunktionen oder Infektionen im Nervensystem) verursacht werden

  können. In den allermeisten Fällen ist von der Einnahme von Antidepressiva

  abzuraten, da diese Substanzen Probleme lediglich überdecken und nicht

  lösen!!! Zudem haben sie meist erhebliche Nebenwirkungen, die den Nutzen in

  den meisten Fällen nicht aufwiegen, und nach dem Absetzen können die Proble-

  me um so massiver zurückkehren.

- Vermeide Mischkonsum:

  - Alkohol kann die Wirkung extrem verstärken und zu Kontrollverlust führen.

  - Citaopram sollte nicht mit Substanzen kombiniert werden, die:

    - die Bildung von Serotonin fördern (z.B. Serotoninvorstufen wie 5-HTP oder

      Tryptophan).

    - die Ausschüttung von Serotonin fördern wie z.B. die serotonergen Arzneimittel

      Fentanyl, Sumatriptan, Tramadol oder die Partydrogen Amphetamin, MDMA und

      Methamphetamin).

    - den Abbau von Serotonin hemmen (z.B. nicht selektive reversible oder irrever-

      sible MAO-Hemmer sowie selektive MAO-A-Hemmer; z.B. die Antidepressiva

      Moclobemid und Tranylcypromin oder das Oxazolidinon-Antibiotikum Linezolid).

      Wurden nichtselektive irreversible MAO-Hemmer oder selektive irreversible

      MAO-A-Hemmer eingenommen, muß ein zeitlicher Sicherheitsabstand von min-

      destens 2 – 3 Wochen eingehalten werden. Hierdurch soll sichergestellt werden,

      daß die MAO-Hemmer vollständig abgebaut sind. Auch die Kombination mit Se-

      legilin (ein MAO-B-Hemmer) erfordert erhöhte Vorsicht.

   - die Wiederaufnahme von Serotonin hemmen (z.B. andere Antidepressiva, die

      als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirken, wie auch Johanniskrautpräpa-

      rate oder Hustenstiller mit Dextromethorphan).

    Durch die Kombination mit derartigen Substanzen erhöht sich das Risiko für ein

    lebensbedrohliches Serotoninsyndrom deutlich. Sollten Symptome wie hohes

    Fieber, Erregung, Verwirrung oder Zittern bzw. kurze, ruckartige Zuckungen ein-

    zelner Muskeln auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

  - Citalopram darf nicht gleichzeitig mit dem Neuroleptikum Pimozid, Lithium oder

    oralen Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmern) eingenommen werden.

  - Citalopram sollte nicht mit anderen Mitteln kombiniert werden, die das QT-Inter-

    vall des Herzens verlängern. Hierdurch können ernsthafte Probleme auftreten.

- Antidepressiva sollten während der Schwangerschaft und Stillzeit generell gemie-

  den werden! Wurden zum Zeitpunkt der Empfängnis bereits Antidepressiva ge-

  nommen, sollte umgehend mit einem Arzt geklärt werden, in wie weit ein Absetzen

  (noch) möglich/sinnvoll ist.

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere am

  Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über

  die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

  Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 12.09.2016

Haftungsausschluß
Der gemeinnützige Verein eve&rave Münster e.V. möchte wertfrei über (Party-)Drogen aufklären und die damit verbundenen Risiken aufzeigen, sowie Tips im Fall von Notsituationen geben. Daher richtet sich der Inhalt dieser Seiten in erster Linie an Personen, die bereits Drogen konsumieren oder beabsichtigen dies zu tun. Er soll nicht als Konsumaufforderung mißverstanden werden!
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