eve&rave Münster e.V.
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Literatur zur Technokultur

 

Hier möchten wir Bücher zur Technokultur vorstellen, die sich zu Lesen lohnen. Die Bücher sind nach dem Erscheinungsjahr sortiert.

 

 

Der Klang der Familie – Berlin, Techno und die Wende

(Autor: Felix Denk & Sven von Thülen; Surkamp Verlag, 2011; 423 Seiten; ISBN: 978-3-518-46320-8)

 

Am 13. März 1991 begannen die 90er Jahre. Nur wenige Meter vom ehemaligen Todesstreifen entfernt eröffnete in einer massiven unterirdischen Stahlkammer der Club Tresor. Von hier aus breitete sich mit 180 BPM die Jugendkultur aus, die Ost und West vereinte: Techno.

Nach dem Sturz der Mauer stehen überall in Berlin ungenutzte Flächen und Gebäude bereit, mit neuem Leben gefüllt zu werden. Die Besitzverhältnisse sind ungeklärt, und so erobert die Szene aus beiden Teilen der Stadt die neuen Freiräume. Clubs, Galerien, Ateliers und Studios entstehen – oft nur für wenige Wochen. Bald schon ist Berlin Epizentrum einer neuen Kultur, lockt mit Clubs wie dem Tresor und dem E-Werk Tausende Anhänger aus aller Welt an. Sie tanzen in Gasmaske oder Schweißerbrille die Nacht hindurch zum Presslufthammersound bisher unbekannter DJs aus Detroit. Unter ihnen auch Schriftsteller, Künstler, Fotografen und Designer. Schnell wächst Techno zu einer Bewegung der Massen, die in der Loveparade ihre schillerndste Blüte treibt.

DJs, Clubmacher, Musikproduzenten, Türsteher und Szenegestalten, Menschen aus der Mitte der Bewegung und von ihren Rändern, sie alle kommen in Klang der Familie zu Wort und lassen eine Zeit lebendig werden, in der alles möglich schien.

 

Elektroschock – Die Geschichte der elektronischen Tanzmusik

(Autor: Laurent Garnier & David Brun-Lambert; Hannibal Verlag, 2005; 296 Seiten; ISBN: 3-85445-252-7)

 

1987, Manchester: Im Hacienda Club kündigt sich die letzte große Revolution in der Geschichte der Popmusik an. 15 Jahre später ist Techno ein weltweites Phänomen; die Platten verkaufen sich millionenfach, und Techno-Ästhetik ist zum festen Bestandteil der kulturellen Landschaft geworden. Für seine Geschichte der elektronischen Musik – von den Anfängen in den schwarzen Ghettos der USA bis zum globalen Wirtschaftsfaktor Anfang des 21. Jahrhunderts – schöpft Laurent Garnier aus seinen reichhaltigen persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen. Als einer der prägenden Protagonisten der Bewegung, als Insider und privilegierter Zeitzeuge blickt er hinter die Kulissen und lässt die Entwicklung aus der leidenschaftlichen Perspektive des Praktikers Revue passieren.

„Ich erzähle die Geschichte von Techno, wie ich sie erlebt habe. Mein Freund David hat mich ein Jahr lang zwei Tage pro Woche interviewt, und aus all diesen Sessions haben wir dann das Buch zusammen geschrieben. Dabei geht es aber nicht nur um mich. Wir haben auch Gespräche mit anderen Leuten geführt, zum Beispiel Mad Mike, der über Detroit heute redet. Mit Jeff Mills, der erzählt, wie Techno in Detroit entstanden ist. Mit den Hacienda-Jungs in Manchester. Mit Partypromotern – insgesamt waren es um die 20 Leute. Es geht auch um die anderen Dinge, die Techno ausmachen: Schweiß, Emotionen, Liebe, Ecstasy, die Naivität, mit der wir alle damals an die Sache rangegangen sind, die Strukturen, die sich entwickelt haben, die zunehmende Kommerzialisierung. Mein Buch ist nicht nur positiv. Im Gegenteil. Ich schreibe ganz offen darüber, was falsch gelaufen ist. Das Geld und die Medien haben die Szene kaputtgemacht. Aber alle haben das Spiel mitgespielt. Es wurde einfach irgendwann völlig irreal, zum Beispiel, auf der Love Parade vor einer Million Leute zu spielen – nur ein Verrückter würde da nicht mitmachen.“ Der Autor im Gespräch mit Karin Richter von der Zeitschrift raveline

 

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