eve&rave Münster e.V.
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Der kleine Techno-Knigge

 

Wie bei allen erfolgreichen musikalischen Stilblüten, entwickelte sich auch Techno vom Underground zum Mainstream, was dazu führte, daß die Szene größer und dadurch auch anonymer und egoistischer wurde. Dies ist jedoch nicht immer sofort augenfällig, zeigt sich jedoch in den kleinen Dingen. Man wird auf der Tanzfläche von vorbeilaufenden Menschen angerempelt, hilfebedürftige Personen werden liegen gelassen und die Spendierfreude (ohne Hintergedanken) ist sehr gering. Den Jüngeren, die die Anfänge nicht miterleben konnten, sei an dieser Stelle gesagt:

ES WAR MAL ANDERS!

 

Tanzte man früher auf einer Party, wurde man meist nicht plump angerempelt. Passierte es dennoch, entschuldigte man sich dafür. Ging es jemandem schlecht, hat man sich um ihn gekümmert. Sah man, daß jemand beim Tanzen mächtig viel Spaß hat, aber auch mächtig ins Schwitzen gekommen ist, bot man ihm einen Schluck von seinem Getränk an, weil man diesem armen Menschen nicht zumuten wollte, die Tanzfläche verlassen zu müssen, um sich selbst ein Getränk zu be-

sorgen. Dies ist heutzutage leider – wenn überhaupt – nur noch in kleinen, fami- liären Clubs zu beobachten.

 

Die Entwicklung vom Underground zum Mainstream brachte jedoch auch eine zusätzliche Gefahr mit sich. Da illegale Substanzen keiner Kontrolle unterliegen und eine größere Szene mehr Profit bei gleichzeitiger Verschlechterung des Informa-tionsflusses bezüglich schlechter Drogen verspricht, drängten immer mehr zwie-

lichtige Gestalten in die Szene, um die schnelle Mark (den schnellen Euro) mit qualitativ schlechten Drogen zu machen. Die zugenommene Anonymität innerhalb der Szene macht es ihnen dabei um so leichter, ihren Stoff an den Mann zu bringen.

 

Dies sei erwähnt, um den kleinen Techno-Knigge besser zu verstehen. Der kleine Techno-Knigge möchte Dir einige Benimmregeln für Parties mit auf den Weg geben, nicht nur damit die Party für alle Beteiligten noch schöner wird, sondern auch sicherer. Folgende Regeln solltest Du beherzigen:

 

 

1. Tänzer haben IMMER Vorfahrt!

Wenn Du Dich auf einer Party von einem Ort zum anderen bewegst, nimm Rück-

sicht auf die Tanzenden. Da die Tanzenden im Idealfall (auch ohne Drogen!) in ihre eigene Welt abgetaucht sind, kannst Du (als Durchreisender) von Ihnen kein um-

sichtiges Handeln erwarten. Beobachte den Tanzenden, der Deinen Weg kreuzt, wie man auch Autos im fließenden Verkehr beobachtet, um seinen voraussicht-lichen Kurs zu ermitteln. So vermeidest Du Ellenbögen in Deinen Rippen und Tritte auf Deine Füße. Sollte die Party so voll sein, daß Kollisionen unvermeidlich zu sein scheinen, so kündige Dein Vorbeigehen durch eine dezente Berührung der Schulter an. Meist wird der Tanzende instinktiv Platz machen, ohne sich dabei übermäßig beim Tanzen gestört zu fühlen. Sollte dennoch einmal eine Kollision stattfinden, ent- schuldige Dich mit einem gewinnenden Lächeln und einer entsprechenden kleinen Geste. Man wird Dir diesen Fauxpas verzeihen. Denn anders als im Straßenver- kehr, bist Du als Nicht-Tanzender (fast) immer der Schuldige! 

 

2. Zigaretten und Getränke auf der Tanzfläche sichern!

So wie der Nicht-Tänzer Pflichten hat, so haben aber auch die Tänzer Pflichten. Hierzu gehört, daß man Zigaretten IMMER mit der Glut in die Handinnenfläche hält, damit man beim Tanzen – insbesondere mit geschlossenen Augen – niemandem ein Branding verpaßt. Will man Getränke mit auf die Tanzfläche nehmen, sollten sich diese in einer Flasche (vorzugsweise aus Plastik mit Verschluß) befinden. Gläser haben auf der Tanzfläche nichts zu suchen!

 

3. Halte die Tanzfläche sauber!

Nichts verdirbt einem beim Tanzen mehr die Laune, als wild am Boden umherge-kickte leere Flaschen, klebrige Kaugummis, Flaschenverschlüsse, Zigaretten-packungen, Flyer oder gar Scherben. Ist man erst ein paar Mal darauf getreten und so ins Straucheln geraten, ist das völlig enthemmte Tanzen eigentlich nicht mehr möglich, weil man ständig die "Gefahr von unten" im Kopf hat. Beim Tanzen soll der Kopf aber frei sein. Wirf also nicht einfach alles auf den Boden. Auch das Abstellen von Falschen am Boden (in irgendwelchen Ecken) führt mittelfristig dazu, daß die Flasche auf der Tanzfläche landet. Der oben aufgeführte Müll gehört vernünftig entsorgt (in den Mülleimer, auf einem Tisch oder in die eigene Hosentasche).

 

4. Speziell an die Frauen: Praktisch geht vor hübsch!

Wer zu einer Technoparty geht, sollte auch tanzen wollen (ob gut oder schlecht ist zunächst mal völlig egal). Was aber gar nicht geht, ist zu Gunsten der Optik Schuhe anzuziehen (z.B. High Heels), mit denen frau vielleicht gerade noch einigermaßen grazil laufen, aber überhaupt nicht tanzen kann. Das ist nicht nur gefährlich, weil frau sich entweder beim Tanzen die Füße verknackst oder ihrem Umfeld mit den Absätzen die Füße pierced, sondern es sieht auch noch sehr albern aus – sowohl das unbeholfene Tanzen, als auch der Anblick einer Frau, die gerne tanzen würde, es aber wegen ihrer Schuhe nicht kann (Ja Mädels, daß sieht man Euch an!). Darum gilt: Wer High Heels auf einer Party tragen und tanzen will, sollte darin auch wirklich tanzen können. Was "wirklich können" heißt, zeigt z.B. dieses Video. Wer das nicht kann, sollte flache Schuhe tragen. Dann macht Euch die Party auch gleich viel mehr Spaß und es kommt – ganz nebenbei – bei den meisten Männern auch viel besser an. Handtäschchen sind oftmals auch so ein unerträgliches Übel. Mal ehrlich: Wer will sich denn beim Tanzen damit unnötig belasten?

 

5. Laßt das Handy stecken!

Mit dem Aufkommen von Kamera-Handys (insbesondere von Smartphones) ist es eine Unsitte geworden rumzustehen und zu filmen, anstatt Party zu machen. Was soll das? Man kann ja mal einen Schnappschuß machen, um eine Erinnerung an den Abend zu haben, aber besonders auf Großveranstaltungen hat man das Ge- fühl, daß wo früher Leuchtstäbe wild durch die Luft wirbelten, heute Handydisplays leuchten. Nur wirbeln die leider nicht, was wiederum bedeutet, daß diese Personen die Party nur als Beobachter durch das Display wahrnehmen. Ist die Musik gut, sol- lte man tanzen (Teil der Party sein) und gar nicht auf die Idee kommen, Videos zu machen. Wenn man es genau nimmt ist ein Handydisplay eine Beleidigung für den DJ, denn die Musik scheint Dich nicht genug mitzureißen. Außerdem wollen andere vielleicht gar nicht gefilmt werden, wenn sie gerade am Ausrasten sind.

Aufruf an alle DJs: Wenn ihr zu viele Handydisplays seht, macht doch einfach mal die Musik aus und greift zum Mikro mit der Drohung erst weiterzumachen, wenn die Handys wieder aus sind. Ich könnte mir vorstellen, daß das einen überragenden erzieherischen Effekt hat! ;o)

 

6. Teilen verdoppelt das Glück!

Jeder, der schon mal der elektronischen Musik verfallen ist, kennt das Gefühl, daß man unbedingt mal was trinken müßte, eine Zigarette rauchen will, ein Kaugummi oder Bonbon bräuchte, aber alles gerade in scheinbar unerreichbarer Ferne liegt, weil man gerade auf gar keinen Fall die Tanzfläche verlassen kann – stundenlang. Solche Menschen erkennt man meist an ekstatischem Tanzen, glückseligem Grin- sen, durchgeschwitzten Klamotten und/oder hochrotem Kopf. Zögere nicht solchen Menschen auch mal einen Schluck von Deinem Getränk, eine Zigarette oder ein Kaugummi anzubieten. Sie werden es Dir mit einem seligen Lächeln danken. Manchmal liegt dies auch nur daran, weil demjenigen es bis zu diesem Moment selbst gar nicht klar war, wie dringend er eines dieser Dinge (insbesondere ein Schluck zu trinken) bräuchte.

P.S.: Das Teilen von Getränken birgt natürlich immer das Risiko von übertragbaren Krankheiten oder untergemischten Drogen. Höre beim Teilen von Getränken auf Dein Bauchgefühl! Wirkliche Sicherheit gibt es sowieso nur alleine unter einer Käse- glocke.

 

7. Kümmere Dich um Deine Mitmenschen!

Wenn Du siehst, daß es jemandem schlecht geht, geh zu ihm und frag, ob Du hel- fen kannst. Oft hilft schon ein kurzes Gespräch oder ein Glas Wasser (vom WC oder der Theke). Das kostet Dich nix außer ein wenig Zeit, hilft dem Betroffenen aber meist schon ungemein und gibt Dir ganz nebenbei auch noch ein gutes Gefühl. Hast Du den Eindruck, daß die Person ernsthaft Hilfe braucht, informiere das Perso- nal. Bedenke, daß auch Du Dich mal in so einer Situation befinden könntest.

 

8. Nimm Drogen nur auf guten Parties!

Eine schlechte Party (oder Laune) wird auch durch den Konsum von Rauschmitteln meist nicht besser. Von daher empfiehlt es sich nüchtern auf eine Party zu gehen, um zu schauen, ob sie auch so Spaß macht. Nur dann solltest Du Dir überlegen, ob Du mit Rauschmitteln noch einen i-Punkt auf das ganze setzen möchtest. Aus- nahmen bestätigen zwar die Regel (sprich, man kann sich eine Party auch manch- mal schön saufen/schmeißen/ziehen), aber das sollte es Dir nicht wert sein. So ver- meidest Du übermäßigen und meist auch sinnfreien Rauschmittelgebrauch.

 

9. Alkohol und Tanzen vertragen sich nicht!

Das Tanzen zu elektronischer Musik setzt eine gute Körperkoordination voraus. Übermäßiger Alkoholkonsum führt jedoch zum Verlust von dieser, was wiederum zu unrhythmischem Taumeln führt. Das sieht nicht nur komisch aus, sondern macht meist auch überhaupt keinen Spaß – weder für Dich, noch für Dein Umfeld. Wenn Du Dich betrinken und tanzen willst, bist Du vermutlich auf einer Rock- oder Baller-mannparty besser aufgehoben und hast dort wahrscheinlich auch mehr Spaß.

 

10. Jeder reagiert auf Drogen anders!

Es macht durchaus Sinn, seine Freunde mal zu fragen, wie man unter bestimmten Rauschmitteln auf sein Umfeld wirkt. Manche Menschen strahlen positive Energie (z.B. Lachen und Spaß) aus, andere negative Energie (z.B. grimmige Miene und Aggressivität). Wenn Du zur zweiten Gruppe gehörst, überdenke mal Deinen Drogenkonsum (oder zumindest jenen von der Droge, auf die Du so reagierst). Mit einer derartigen Ausstrahlung wirst Du bei anderen Partybesuchern überwiegend auf Ablehnung stoßen, auch wenn Du eigentlich ein ganz liebenswerter Mensch bist.

 

11. Keine Drogen am Steuer!

Wenn Du vor hast, auf einer Party legale oder illegale Rauschmittel zu konsu-mieren, kläre im Vorfeld der Party ab, wie Du wieder nach Hause kommst. Fahre auf keinen Fall unter dem Einfluß von Rauschmitteln selbst (auch einige Stunden später nicht und auch kein Fahrrad). Der Verlust des Führerscheins und der Tod (von Dir oder anderen) fahren immer mit!

 

12. Warne Deine Mitmenschen vor schlechten Drogen!

Wenn Du an einem Abend auf einer Party Informationen zu schlechten Drogen erhalten hast, gib diese weiter, um andere zu warnen.

 

13. Sei offen für Neues!

Begegne allen Menschen freundlich, auch wenn sie auf Dich zunächst befremdlich wirken. Nirgendwo sonst als auf einer Technoparty wird es Dir so leicht gemacht, über Deinen eigenen Tellerrand zu schauen, da Dir die Menschen hier so ehrlich wie nur selten sonst begegnen. Schaumschläger gibt es natürlich überall.

 

 

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