eve&rave Münster e.V.
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Bufotenin

 

Chemische Bezeichnung (IUPAC):

3-[2-(Dimethylamino)ethyl]-1H-indol-5-ol

 

Andere Bezeichnungen:

Bufotenin, 5-Hydroxy-DMT, 5-Hydroxy-dimethyltryptamin (5-HO-DMT), 5-OH-DMT, 5-Hydroxy-N,N-dimethyltryptamin, 3-(2-Dimethylaminoethyl)-5-indolol, 3-(2-Dime-thylaminoethyl)indol-5-ol, 3-(β-Dimethylaminoethyl)-5-hydroxyindol, N,N-Dimethyl-5-hydroxytryptamin, N,N-Dimethylserotonin, Mappin, (...)

 

Handelsnamen:

(keine)

 

Vorkommen des Wirkstoffs in der Natur:

Tiere: Bufotenin ist in den Eiern und giftigen, aus Hautdrüsen freigesetzten Wehr- sekreten von einigen Vertretern aus der Familie der Kröten (Bufonidae), wie der Aga-Kröte (Bufo marinus), der Coloradokröte (Incilius alvarius), der heimischen Erd- kröte (Bufo bufo), der Sandkröte (Rhinella arenarum) und der Wechselkröte (Bufo- tes viridis) enthalten. Auch einige Vertreter aus der Familie der Laubfrösche (Hyli- dae), wie Itapotihyla langsdorffiiOsteocephalus oophagus und Osteocephalus tau- rinus enthalten es. In vielen Arten ist der Wirkstoffgehalt jedoch sehr gering. In ge- ringen Mengen wurde Bufotenin auch im menschlichen Urin nachgewiesen.

 

Pflanzen: Bufotenin ist in den Samen, den Blättern, der inneren Rindenschicht und im Harz einiger südamerikanischer Pflanzenarten enthalten wie z.B. in den Samen des Calcium-Baums (Anadenanthera peregrina), den Samen von Anadenanthera colubrina und im Milchsaft des Baumes Brosimum acutifolium. Es ist aber auch in den Samen der südasiatischen Juckbohne (Mucuna pruriens) zu finden.

 

Pilze: Bufotenin wurde in geringen Mengen im Fliegenpilz (Amanita muscaria), Gel- ben Knollenblätterpilz (Amanita citrina),  Pantherpilz (Amanita pantherina) und Por- phyrbraunen Wulstling (Amanita porphyria) nachgewiesen.

 

Szenetypische Bezeichnungen:

(keine)

 

Bufotenin (5-HO-DMT) zählt zur Stoffgruppe der Trypta- min-Alkaloide und wurde erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts isoliert. Chemisch ist es eng mit dem Dime- thyltryptamin (DMT), dem in psychoaktiven Pilzen enthal- tenen Psilocin (4-HO-DMT), dem 5-MeO-DMT sowie dem Neurotransmitter Serotonin verwandt.

Bufotenin ist eine psychoaktive, halluzinogen wirkende Substanz, die in einigen Tierarten – vor allem in den Eiern und Hautsekreten verschiedener Kröten (Bufonidae) und Laubfrösche (Hylidae) als Gift – und in einigen Pflanzen- und Pilzarten vorkommt. Sein Name leitet sich vom Wort Bufo (lat. Kröte), das in der Taxonomie für die Gattung der Echten Kröten steht, ab, da die Substanz hier das erste mal isoliert wurde. Bufotenin ist eines der wenigen Rauschmittel, die aus Tieren gewonnen werden können. Aber auch im menschlichen Urin ist es – vermutlich als gewöhnliches Abbauprodukt des Stoff- wechsels – nachweisbar, wobei die Konzentration bei Personen mit bestimmten au- tismusähnlichen Krankheiten und Schizophrenie höher sein soll.

Die berauschende Wirkung von Bufotenin wurde/wird von einigen indigenen Kultu- ren Amerikas für rituelle Zwecke verwendet. So wurde beispielsweise früher im mexikanischen Bundesstaat Veracruz aus den Hautsekreten der Aga-Kröte (Bufo marinus) ein berauschender, halluzinogener Trank hergestellt, der im Rahmen von Initiationsriten verwendet wurde. Aber auch heute sollen noch einige mittel- und südamerikanische Völker die Hautsekrete rituell verwenden. Zudem enthalten auch einige, meist südamerikanische Pflanzen in den Samen, den Blättern, der inneren Rindenschicht und dem Harz Bufotenin. Diese Pflanzen kommen ebenfalls bei eini- gen indigenen Völkern in weiterverarbeiteter Form zur rituellen Anwendung. So wer- den beispielsweise die Samen des Calcium-Baums (Anadenanthera peregrina) ge- raucht oder geröstet und zermahlen als halluzinogenes Schnupfpulver für schama- nistische Rituale verwendet, das u.a Yopo, Ebana oder in der Karibik Cohoba ge- nannt wurde/wird. In Peru und Argentinien werden die Samen von Anadenanthera colubrina zu Schnupfpulver verarbeitet, welches Huilca oder Vilca genannt wird. Und auch der Milchsaft des Baumes Brosimum acutifolium wird von südamerikani- schen Schamanen genutzt.

Seit den 1990er-Jahren hörte man des öfteren (vornehmlich aus Australien), daß Menschen die Kröten durch leichtes Massieren dazu bringen, ihr giftiges Hautsekret abzusondern, um es dann abzulecken (Krötenlecken). Inwieweit dies eine verbreite- te Praktik ist/war, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die orale Aufnahme des Hautsekrets ist jedoch nicht ungefährlich, da es neben Bufotenin auch das Herzgift Bufotoxin enthält, welches in seiner Wirkung den Digitalisglykosiden gleicht. Beim Rauchen der Hautsekrete soll jedoch angeblich die Giftwirkung neutralisiert werden, da die toxischen Bestandteile des Hautsekrets zerstört werden, während das che- misch stabilere Bufotenin erhalten bleibt.

 

Bufotenin unterliegt weder dem BtMG noch dem AMG (Stand: Mai 2015). Zumeist beinhalten bufoteninhaltige Naturprodukte jedoch auch den Wirkstoff DMT, der dem BtMG (Anlage I: Nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel) unterliegt. Somit können Herstellung, Einfuhr, Erwerb, Besitz und Weitergabe/Handel von Bufotenin strafbar sein, wenn mit einem Naturprodukt und nicht dem Reinstoff umgegangen wird.

 

Merkmale:

- Samen oder pflanzliches Pulver.

- Seltener getrocknete (evtl. auch pulverisierte) Krötenhaut oder frisches oder ge-

  trocknetes Hautsekret.

 

 

Gebrauch:

- Bufotenin hat bei der oralen Aufnahme keine psychoaktive Wirkung, da es im Ma-

  gen-Darm-Trakt schnell abgebaut wird. Ist Bufotenin für den oralen Konsum be-

  stimmt, werden daher – wie bei der Zubereitung des Ayahuasca-Tranks – harma-

  linhaltige Pflanzen hinzugesetzt, die den Abbau im Magen-Darm-Trakt verzögern.

- Krötenlecken: Durch leichtes Massieren sondern die entsprechenden Kröten ein

  giftiges Wehrsekret über die Haut ab, das Bufotenin enthält und abgeleckt werden

  kann. Diese Praktik ist extrem gefährlich, da das Sekret auch Bufotoxin enthält,

  welches als Herzgift wirkt! Da Bufotenin im Magen-Darm-Trakt schnell zersetzt

  wird, erfolgt die Resorption bei dieser Praktik vermutlich primär über die Mund-

  schleimhaut.

- Bufotenin wird meist geschnupft. Die wirksame Dosis soll bei dieser Konsumform

  bei ca. 40 mg liegen.

- Geraucht sollen bereits deutlich geringere Dosen wirksam sein (bei der Verwen-

  dung eines Vaporizers ca. 2 – 8 mg Bufotenin-Freebase). Angeblich sollen sich

  beim Rauchen des Krötensekrets die giftigen Bestandteile zersetzen.

 

 

Wirkung:

- Geschnupft oder bei oraler Aufnahme (über die Mundschleimhaut) kann die Wir-

  kung bereits nach ca. 5 Minuten einsetzen und 1,5 – 2 Stunden anhalten. Die

  maximale Wirkung wird nach ca. 30 – 45 Minuten erreicht.

- Die enthemmende, euphorisierend und halluzinogene Wirkung ähnelt im Wesent-

  lichen jener von psilocybin- oder psilocinhaltigen psychoaktiven Pilzen. Es treten

  auditive und – vor allem bei geschlossenen Augen – visuelle Halluzinationen in

  Form von Lichtblitzen und farbigen, tanzenden Mustern auf. Zudem können visio-

  näre Effekte auftreten. Öffnet man die Augen, verschinden diese Effekte abrupt.

  Hierdurch scheint die Gefahr eines Kontroll- oder Realitätsverlusts sehr gering zu

  sein.

- Im Gegensatz zu den meisten anderen Halluzinogenen treten keine Effekte wie

  Ich-Auflösung, Veränderungen in der Zeitwahrnehmung und Paranoia auf.

- Es kommt zu Übelkeit, Brechreiz und Schwindelgefühlen. Kurz nach dem Konsum

  können Gefühllosigkeit in den Gliedmaßen und gesteigerte Reizbarkeit auftreten.

  Zudem sind Bluthochdruck, Herzrasen (Tachykardie) und Verwirrungszustände

  möglich.

- Wird das Pulver in größeren Mengen mehrfach hintereinander konsumiert, kann

  es zu Muskelzittern, Krämpfen, Verzerrungen der Gesichts- und Körpermuskulatur

  und dem Kontrollverlust über die Gliedmaßen kommen.

- Der Rausch endet relativ abrupt und man hat das Gefühl aus einem Tagtraum zu

  erwachen. Nach dem Rausch fühlt man sich häufig erschöpft und schläft ein.

 

 

Gefahren:

- Zu Risiken bei langanhaltendem und/oder hochdosiertem Konsum sowie Wechsel-

  wirkungen mit anderen Substanzen ist nur wenig bekannt.

- Im Zusammenhang mit dem Konsum von bufoteninhaltigen Krötenpräparaten oder

  auch -eiern sind bereits Todesfälle dokumentiert.

- Über das psychische oder körperliche Abhängigkeitspotential ist nichts bekannt.

  Wie bei allen Halluzinogenen tritt eine körperliche Abhängigkeit aber vermutlich

  nicht auf. Eine gewisse psychische Abhängigkeit ist jedoch – je nach Konsum-

  muster – nicht völlig auszuschließen.

- In der Schwangerschaft kann Bufotenin Früh- oder Fehlgeburten auslösen.

- Das Führen eines Fahrzeuges unter dem Einfluß gleich welchem Rauschmittels ist

  grundsätzlich gefährlich und kann – auch wenn dies nicht dem BtMG unterliegt –

  bei Auffälligkeiten im Fahrverhalten oder anderen Ausfallerscheinungen nach

  § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) mit dem Entzug der Fahrerlaubnis bestraft

  werden. Bufoteninhaltige Naturprodukte enthalten häufig auch DMT, welches unter

  das BtMG fällt!

 

 

Safer Use:

- Vom "Krötenlecken" ist grundsätzlich abzuraten, da die Wehrsekrete neben dem

  berauschenden Bufotenin auch Toxine wie Bufotoxin enthalten. Krötenlecken

  kann tödlich enden!

- Wie bei allen Naturprodukten kann der Wirkstoffgehalt stark schwanken. Dosiere

  stets vorsichtig!

- Es sollte ein nüchterner Begleiter anwesend sein, der zur Not Hilfe holen/leisten

  kann.

- Vermeide Mischkonsum, da zu wenige Informationen hierzu vorliegen.

  - Die Kombination mit MAO-Hemmern kann gefährlich sein. Hierdurch kann die

    Wirkung des Bufotenins unkontrollierbar verlängert und verstärkt werden, was

    das Herz-/Kreislaufsystem stark belasten kann. Zudem kann es im Körper zu ei-

    nem Serotoninüberschuß kommen, der ein lebensbedrohliches Serotoninsyn-

    drom auslösen kann.

- Personen mit psychischen Vorerkrankungen sollten auf den Konsum von Bufoten-

  in verzichten.

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere am

  Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über

  die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

  Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 21.04.2017

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