eve&rave Münster e.V.
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Mephedron / 4-MMC

 

Chemische Bezeichnung (IUPAC):

2-(Methylamino)-1-(4-methylphenyl)-1-propanon

 

Andere Bezeichnungen:

Mephedron, 4-Methylmethcathinon (4-MMC oder MMCAT), Methylmethcathinon, 4-Methylephedron, (...)

 

Handelsnamen:

(keine)

 

Szenetypische Bezeichnungen:

Drone, M-CAT, (White) Magic, (Meow) Meow, Meph, MMC Hammer, (...)

 

Mephedron oder auch 4-Methylmethcathinon (4-MMC) – nicht zu verwechseln mit Methedron (PMMC) – wurde erstmals 1929 synthetisiert und zählt zur Stoffgruppe der Phenylethylamine und hier zu den Cathinonen (wie z.B. auch Methylon). Es han- delt sich um eine psychoaktive Substanz mit stimulierender und stark entaktogener Wirkung, die zumeist als Racemat (gleichan- teiliges Gemisch der beiden Stereoisomere) vorliegt.

Mephedron wurde erst in 2003 wiederentdeckt und ist in Europa vermutlich seit 2007 im Umlauf. Zudem wird es in Internet- Shops als Badesalz oder Pflanzendünger mit dem Hinweis "nicht für den menschlichen Verzehr geeignet" verkauft. Außerdem ist es in ver- meintlichen Ecstasy-Pillen, deren Wirkstoff eigentlich MDMA sein sollte, enthalten. Mephedron wird häufig auch in Kombination oder fertig gemischt mit Methylon (auch als Bubbles bezeichnet) oder anderen Substanzen konsumiert.

 

Seit dem 22.01.2010 unterliegt Mephedron dem BtMG (Anlage I: Nicht verkehrsfä- hige Betäubungsmittel). Herstellung, Einfuhr, Erwerb, Besitz und Weitergabe/Han- del sind strafbar!

 

Merkmale:

- Mephedron ist ein weißes fein- bis grobkristallines Pulver mit markantem Geruch

  (z.B. künstlich fischig oder nach Vanille, Bleiche, abgestandenem Urin oder elek-

  trischen Leiterplatten), das auch in Form von Tabletten und Kapseln erhältlich ist.

- In Internet-Shops wird es häufig als Badesalz oder Pflanzendünger angeboten,

  wobei der Begriff Badesalz für eine Vielzahl von Substanzen verwendet wird.

 

 

Gebrauch:

- Mephedron kann geschluckt (auch als Bömbchen; Pulver in Zigarettenpapier ge-

  wickelt), geschnupft, intravenös (i.v.) gespritzt oder auch rektal (als Zäpfchen) zu

  sich genommen werden. Von Injektionen ist jedoch aus den verschiedensten

  Gründen abzuraten!

- Die oral wirksame Minimaldosis beträgt 15 – 25 mg (geringe Dosis: 25 – 100 mg;

  mittlere Dosis: 75 – 175 mg; hohe Dosis: 125 – 250 mg oder mehr).

- Die nasal wirksame Minimaldosis beträgt 5 – 15 mg (geringe Dosis: 15 – 25 mg;

  mittlere Dosis: 20 – 80 mg; hohe Dosis: 75 – 125 mg oder mehr). Mephedron

  brennt sehr stark in der Nase und kann Nasenbluten verursachen. Die Schmerzen

  können bis zum nächsten Tag anhalten.

 

 

Wirkung:

- Bei oralem Konsum setzt die Wirkung nach ca. 15 – 60 Minuten ein und hält ca.

  3 – 5 Stunden an. Bei nasalem Konsum setzt die Wirkung bereits nach ca. 5 – 10

  Minuten ein, hält dafür jedoch nur ca. 1 – 2 Stunden an. Injiziert hält die Wirkung

  nur ca. 30 Minuten an.

- Mephedron wirkt stimulierend, empathogen, schwach aphrodisisch und ruft eine

  starke Euphorie hervor. Konsumenten beschreiben die Wirkung als eine Mischung

  aus Amphetamin (Speed), Kokain und MDMA (Ecstasy). Die Wachheit, Aufmerk-

  samkeit und Leistungsfähigkeit ist erhöht. Man fühlt sich entspannt und die Sinnes-

  wahrnehmungen können verändert sein (u.a. Schwebegefühl und ein verändertes

  Geschmacks- und Geruchsempfinden) bis hin zu Halluzinationen. Es wird auch

  von einem erhöhten Verbundenheitsgefühl zu anderen, gesteigertem Musikgenuß

  und dem Erleben eines klareren Denkens berichtet.

- Die Pupillen weiten sich und Hunger und das Bedürfnis nach Schlaf wird unter-

  drückt. Zusätzlich können folgende Symptome auftreten: starker Anstieg des Blut-

  drucks, Anstieg der Herzfrequenz bis hin zu Herzrasen, Anstieg der Körpertempe-

  ratur, intensive Schweißausbrüche, Hyperaktivität und sprunghaftes Verhalten, ge-

  steigerter Rededrang (Laber-Flash) und Offenheit, Kauzwang, Zähneknirschen,

  Mundtrockenheit, Zungenbelag, Reizung des oberen Rachenbereiches in Verbin-

  dung mit leichten Halsschmerzen, Atembeschwerden, Krämpfe, Probleme beim

  Fokussieren, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, ein unangenehmes Kältege-

  fühl, ein beklemmendes Gefühl in der Herzgegend, Störung des Kurzzeitgedächt-

  nisses, Müdigkeit, Trägheit und Niedergeschlagenheit.

- In hohen Dosen sind depressive Verstimmungen, Angstzustände, psychotische

  Reaktionen und Wahnvorstellungen bis hin zu Paranoia möglich.

- Beim Runterkommen können gelegentlich Nervosität und depressive Verstimmun-

  gen (bei Frauen stärker als bei Männern) auftreten. Zudem besteht meist ein star-

  ker, unkontrollierter Drang zum Nachlegen (Craving).

- Nach dem Rausch können Schlaflosigkeit und unklare Erinnerungen an die Zeit

  des Rausches auftreten.

 

 

Gefahren:

- Mephedron ist so gut wie unerforscht: Zu Langzeitrisiken bei häufigem und/oder

  hoch dosiertem Konsum und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Substan-

  zen ist nur wenig bekannt.

  - Es scheint bereits zu Todesfällen gekommen zu sein. Inwieweit jeweils auch noch

    andere Substanzen im Spiel waren, ist nur teilweise geklärt.

  - Häufiger und/oder hochdosierter Konsum von Mephedron kann Durchblutungs-

    störungen hervorrufen, die zu blauen Extremitäten (z.B. Fingern), Ellenbögen,

    Knien und Lippen führen können.

  - Einige Konsumenten berichten von Schmerzen in der Nierengegend nach star-

    kem und langanhaltendem Konsum.

  - Nach häufigem Konsum kann eine Schädigung der Nasenscheidewand und im

    Extremfall auch ihre Durchlöcherung auftreten.

  - Bei häufigem und/oder längerfristigem Konsum ist eine Verschlechterung der

    Konzentrations- und Gedächtnisleistungen möglich.

  - Da Mephedron ein starkes Craving (Substanzverlangen) auslöst, kann sich recht

    schnell eine psychische Abhängigkeit entwickeln.

  - Nach häufigem Konsum über einen längeren Zeitraum können anhaltende de-

    pressive Verstimmungen auftreten, die deutlich länger als die von MDMA (Ecsta-

    sy) bekannten ein bis zwei Tage anhalten.

- Bei Hautkontakt können Reizungen oder Verätzungen der Haut auftreten.

- Das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluß von Mephedron ist gefährlich und

  wird mit dem Entzug der Fahrerlaubnis bestraft.

 

 

Safer Use:

Da über die Risiken des Mephedron-Konsums nur wenig bekannt ist, sollten neben den hier aufgeführten Safer-Use-Hinweisen auch die allgemeinen Informationen zum Gebrauch von Drogen und die allgemeinen Hinweise speziell zu "Neue psy- choaktive Substanzen" beachtet werden.

- Mephedron ist aufgrund seiner extremen Nebenwirkungen als gefährlich

  einzustufen. Daher kann von dem bewußten Konsum nur abgeraten werden!

- Beim Verdacht auf Pillen mit Mephedron sollte so niedrig wie möglich dosiert und

  auf das Nachlegen unbedingt verzichtet werden!

- Aufgrund der unzureichenden Informationen zu Wechselwirkungen mit anderen

  Substanzen ist vom Mischkonsum dringend abzuraten.

  - Auf den Konsum von Alkohol sollte verzichtet werden, u.a. weil Mephedron sowie

    Alkohol stark entwässernd wirken und somit die Gefahr einer Dehydratation be-

    steht.

  - In Kombination mit anderen Substanzen, die die Serotoninausschüttung erhöhen

    oder den Serotoninabbau oder die Wiederaufnahme hemmen ist ein lebensbe-

    drohliches Serotoninsyndrom denkbar. Zu diesen Substanzen zählen beispiels-

    weise MDMA (Ecstasy), MAO-Hemmer und diverse Antidepressiva. Aber auch

    die Kombination mit Antipsychotika (Neuroleptika) und Dextromethorphan (DXM)

    und Tramadol könnte gefährlich sein.

- Trinke ausreichend alkohol- und coffeinfreie Getränke, um Dehydratation vorzu-

  beugen.

- Nach dem Rausch sollte mineralien- und vitaminreich gegessen/getrunken werden

  (z.B. Milchprodukte, Nüsse und Fruchtsäfte), u.a. um einem Calciummangel entge-

  genzuwirken.

- Es sollten Pausen von mehreren Wochen zwischen dem Konsum eingehalten wer-

  den.

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere am

  Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über

  die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

  Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 23.09.2015

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