eve&rave Münster e.V.
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MDPV

 

Chemische Bezeichnung (IUPAC):

1-(1,3-Benzodioxol-5-yl)-2-(1-pyrrolidinyl)-1-pentanon

 

Andere Bezeichnungen:

Methylendioxypyrovaleron (MDPV), 3,4-Methylendioxypyrovaleron,

1-(Benzo[d][1,3]dioxol-5-yl)-2-(pyrrolidin-1-yl)pentan-1-on,

1-(3,4-methylendioxy-phenyl)-2-pyrrolidin-1-yl-pentan-1-on, (...)

 

Handelsnamen:

(keine)

 

Szenetypische Bezeichnungen:

Cloud Nine, Flakka, Flex, Magic, Monkey Dust, MTV, Peevee, Super Coke, (...)

 

Methylendioxypyrovaleron (MDPV) ist ein synthetisches Phenyl- ethylamin aus der Gruppe der Cathinone, das auch zu den Pyr- rolidinophenonen zählt (wie z.B. auch der Arzneistoff Pyrovale- ron oder andere NPS wie α-PPP und Naphyron). Es handelt sich bei MDPV um eine hochpotente, psychotrope Substanz, die sympathomimetisch als Noradrenalin-/Dopamin-Wiederaufnah- mehemmer wirkt. Ursprünglich wurde es als potentieller Nach- folger für das Methylphenidat (Ritalin®) erforscht. MDPV wirkt stimulierend, euphorisierend und empathogen/entaktogen und scheint ein nicht unerhebliches Suchtpotential zu besitzen.

Seit ca. 2008 ist MDPV auf dem Schwarzmarkt erhältlich, wobei seit dem Verbot von Mephedron am 22.01.2010 (Aufnahme in das BtMG) eine Zunahme des im Um- lauf befindlichen MDPV zu verzeichnen ist.

 

MDPV unterliegt seit dem 26.07.2012 dem BtMG (Anlage I: Nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel). Herstellung, Einfuhr, Erwerb, Besitz und Weitergabe/Handel sind strafbar!

 

Merkmale:

- Weißes bis bräunliches, grobes oder feines Pulver.

- MDPV wird einerseits im Internet mit dem Vermerk "nicht für den menschlichen

  Verzehr geeignet" als vermeintliches "Badesalz" oder als "Research Chemical" an-

  geboten und andererseits ist es als "Streckmittel" in Ecstasy-Tabletten (MDMA),

  Amphetamin (Speed) und Kokain enthalten.

 

 

Gebrauch:

- MDPV-Pulver wird meist geschnupft. MDPV brennt in der Nase.

 

 

Wirkung:

- Die Wirkung ist stark dosisabhängig und ähnelt jener von Amphetamin (Speed),

  Kokain oder Methylphenidat (Ritalin®).

- MDPV wirkt stimulierend, stark euphorisierend, empathogen/entaktogen und kann

  die Sinneswahrnehmungen verändern. Laber-Flashs sind nicht unwahrscheinlich.

- Die empathogene Wirkung wird von Konsumenten ähnlich der von Amphetamin

  (Speed) oder MDMA (Ecstasy) beschrieben.

- Wie bei allen amphetaminähnlich wirkenden Substanzen werden Hunger, Durst

  und Müdigkeit unterdrückt.

- Puls und Blutdruck erhöhen sich. Es kann zu Herzrasen, einem beklemmenden

  Gefühl in der Herzregion und Kältegefühlen kommen.

- Unruhe/Nervosität bis hin zu Hyperaktivität kann auftreten.

- In hohen Dosen kann es zu Panikattacken, extremen Wahnvorstellungen und Pa-

  ranoia kommen.

- Die Wirkung hält ca. 3 – 4 Stunden an, wobei laut Konsumenten ein starker Drang

  zum Nachlegen (Craving) besteht.

 

 

Gefahren:

- Das starke Verlangen Nachzulegen (Craving) kann leicht zu sehr hohen Dosierun-

  gen führen, die mit erheblichen Nebenwirkungen (Herzrasen, beklemmende Ge-

  fühle in der Herzregion, Panikattacken, extremen Wahnvorstellungen und Para-

  noia) verbunden sind.

- Die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit bei häufigem Gebrauch ist nicht

  unwahrscheinlich.

- Regelmäßiger, hochdosierter Konsum kann auf längere Sicht Psychosen auslö-

  sen.

- Über andere Langzeitrisiken ist bisher nichts bekannt; vermutlich gibt es aber ei-

  nige psychische und auch organische sind nicht unwahrscheinlich.

- Auch über Mischkonsum können keine verläßlichen Aussagen getätigt werden. Es

  ist jedoch anzunehmen, daß der zeitnahe Konsum anderer Substanzen, die die

  Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin begünstigen (z.B. MDMA) oder

  dessen Abbau oder Wiederaufnahme hemmen, erhebliche Risiken (z.B. ein le-

  bensbedrohliches Serotoninsyndrom) mit sich bringt. Antidepressiva, MAO-Hem-

  mer und Antipsychotika (Neuroleptika) sollten auf keinen Fall zeitnah zu MDPV

  konsumiert werden.

- Das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluß von MDPV ist gefährlich und wird

  mit dem Entzug der Fahrerlaubnis bestraft.

 

 

Safer Use:

Da zu wenige Informationen über MDPV vorliegen, können noch keine substanz-

spezifischen Safer-Use-Informationen gegeben werden. Daher hier nur die allge-

meinen Safer-Use-Regeln für "Neue psychoaktive Substanzen (NPS)":

- Da die kurzzeitigen Wirkungen und Nebenwirkungen von NPS (ob Reinstoff oder

  Fertigprodukt/-mischung) meist nur unvollständig bekannt und dokumentiert sind

  und man über Langzeitrisiken meist gar nichts weiß, ist vom Konsum von NPS

  dringend abzuraten! Konsumierst Du NPS, machst Du Dich zur Laborratte!!!
- Wer dennoch mit NPS experimentieren will, sollte körperlich und psychisch fit sein

  und sich im Vorfeld gründlich über die Substanz(en) informiert haben. Außerdem

  sollte man vor dem Konsum immer eine geringe Menge auf der Haut auf allergi-

  sche Reaktionen testen und erst danach eine nicht wirksame Minimaldosis konsu-

  mieren. Warte nach dem Konsum mehrere Stunden – um wirklich sicher zu gehen

  mehr als 24 Stunden – auf ungewöhnliche Symptome, die auf eine Allergie hindeu-

  ten könnten. Bei allergischen Reaktionen sollte man die Substanz auf keinen Fall

  weiter konsumieren! Der Allergietest sollte nach jedem Kauf durchgeführt werden,

  da man sich nie sicher sein kann, welche Substanz(-mischung) man erworben hat.

- Beim ersten Konsum sollte stets eine nicht wirksame Minimaldosis getestet wer-

  den, um sich dann vorsichtig an die wirksame Dosis heranzutasten. Bedenke, daß

  der Wirkungseintritt schon nach kurzer Zeit oder erst nach einigen Stunden erfol-

  gen kann! Lege nicht übereilt nach und bedenke, daß Du durch das Nachlegen die

  Wirkstoffkonzentration in Deinem Körper möglicherweise erhöhst, da die zuvor

  konsumierte Menge eventuell noch nicht (vollständig) abgebaut ist! Solche Selbst-

  versuche sollten stets in einem sicheren Umfeld mit einem erfahrenen und einge-

  weihten Aufpasser stattfinden, der zur Not Hilfe holen kann. Solche Experimente

  sind nichts für Parties!

- Personen mit Herz-/Kreislaufbeschwerden oder -erkrankungen, hohem Blutdruck,

  Schilddrüsenproblemen, Leber- oder Nierenerkrankungen, Asthma, Diabetes, Epi-

  lepsie oder psychischen Erkrankungen sowie alle Personen, die Medikamente zu

  sich nehmen, sollten auf den Konsum von NPS verzichten, da häufig keine (zuver-

  lässigen) Informationen zu organischen Belastungen und Wechselwirkungen vor-

  liegen.

- Verwende bei nasalem Konsum eine saubere Unterlage und Dein eigenes, sau-

  beres Ziehröhrchen (keine Geldscheine!), um Dich vor übertragbaren Krankheiten

  zu schützen. Teile keine Nadeln oder Spritzen!

- Da für die meisten NPS kaum Informationen zu Wechselwirkungen vorliegen, sol-

  lte jeglicher Mischkonsum vermieden werden.

  - Trinke keinen Alkohol, da dieser die Wirkung verstärken oder verändern kann.

    Außerdem ist bei einigen NPS die Alkoholwirkung nicht mehr spürbar, was zu ei-

    ner Alkoholvergiftung führen kann.

  - In Kombination mit anderen sympathomimetisch wirkenden Rauschmitteln wie

    z.B. Amphetamin (Speed), MDMA (Ecstasy), Methamphetamin (Crystal), Meth-

    cathinon (CAT) oder Kokain sowie mit therapeutisch eingenommenen Sympatho-

    mimetika oder bestimmten Betablockern kann es zu einer starken Erhöhung der

    Dopamin-Konzentration im Gehirn kommen. Hierdurch können starke Beeinträch-

    tigungen in der Atmung und erhebliche Belastungen des Herz-/Kreislaufsystems

    auftreten, was u.a. zu Herzkrämpfen (Coronarspasmen) führen kann. In Kombi-

    nation mit Kokain kann es zu einem erheblichen Anstieg des Blutdrucks kommen.

    Derartige Kombinationen können im Extremfall tödlich enden!

- Trinke ausreichend alkoholfreie Getränke, um Dehydratation zu vermeiden.

- Halte beim Konsum größere Zeitabstände von mehreren Wochen ein, um einer

  möglichen Abhängigkeit und Toleranzentwicklung vorzubeugen.

- Laß Personen, die unter dem Einfluß von NPS in Panik geraten oder Horrortrips

  erleben nie allein! Die Gefahr, daß sie sich etwas antun oder in gefährliche Situa-

  tionen geraten, ist zu groß!

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere am

  Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über

  die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

  Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 31.03.2017

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Artikel und Studien zu MDPV

 

Synthetische Cathinone (Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht)

 

Methylendioxypyrovaleron (Wikipedia)

 

 

Badesalz statt Heroin: Süchtig nach Legal Highs (Südwest Presse, 30.11.2015)

Bunte Tütchen für billige Preise: Künstliche Drogen sind per Mausklick erhältlich - und unberechenbar. Erfahrungen eines Ex-Junkies.

 

„Cloud Nine“: Neue Droge macht Menschen zu Zombies (Express.de, 02.12.2013)

Miami –  Wer sie konsumiert, schwebt über den Wolken und nennt sie „Cloud Nine“ oder das „Neue LSD“.

 

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