eve&rave Münster e.V.
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Konsumformen

 

Rauschmittel können – je nach Substanz – auf verschiedenen Wegen dem Körper zugeführt werden – über den Mund oder die Nase in die Lunge (z.B. durch die Inha-lation von Rauch, Aerosol oder Gas), über den Mund in den Magen-Darm-Trakt (z.B. durch das Schlucken von Feststoffen oder Flüssigkeiten), über die Haut (z.B. durch das Auftragen von Cremes), über verschiedene Schleimhäute (z.B. Mund-schleimhaut, Nasenschleimhaut oder Bindehaut sowie die Schleimhäute von Vagina und Eichel), über den Anus (z.B. durch Zäpfchen oder Einlauf) sowie durch Injek-tionen in die Blutbahn, unter die Haut oder in die Muskeln. Letzten Endes wird auf jedem dieser Wege die Substanz zunächst in die Blutbahn und von dort in den gesamten Körper transportiert – u.a. zu den Rezeptoren der Nervenzellen des zen-tralen Nervensystems, wo rauscherzeugende Substanzen ihre primäre Wirkung entfalten.

Wie schnell eine Substanz wirkt (anflutet), wird maßgeblich davon bestimmt, wie gut sie das mit ihr im Kontakt stehende Körperoberflächengewebe (z.B. Haut, Schleim-häute, Lungen- oder Darmepithel; die Darm- oder Lungenhöhle ist im biologischen Sinne auch Außenwelt) in ausreichender Menge in die Blutbahn passieren kann (Resorption), wie gut sie die Blut-Hirn-Schranke passieren kann und wie hoch ihre spezifische Rezeptoraffinität (Bindungsstärke an den passenden Rezeptoren; Schlüssel-Schloß-Prinzip) ist. Die Wirkdauer einer Substanz hängt u.a. davon ab, wie stark deren Rezeptorbindung ist und wie schnell sie im Körper wieder abgebaut (verstoffwechselt/metabolisiert) wird. Außerdem hängt sie auch davon ab, welche körpereigenen Prozesse durch die Aktivierung, Hemmung oder Modulation der ent-sprechenden Rezeptoren angestoßen wurden und wie lange deren Neuregulierung auf das Normalmaß dauert. Da der Weg ab der Blutbahn für alle Konsumformen der gleiche ist, ist die Konsumform als solches ausschlaggebend dafür, ob eine bestimmte Substanz früher oder später bzw. kürzer und heftiger oder milder und langanhaltender wirkt.

Wie stark eine Substanz wirkt, hängt – neben der Konsumform – auch von drei weiteren Faktoren ab: der zugeführten Menge (Dosis), dem Wirkort im zentralen Nervensystem und der Bindungsstärke an den entsprechenden Rezeptoren. Die für einen Rausch benötigte Dosis ist – neben dem individuellen Körpergewicht und Körperfettanteil (je größer und schwerer man ist, um so mehr Substanz wird in der Regel benötigt) – davon abhängig, wie effektiv (Menge pro Zeit) eine Substanz an den jeweiligen Körperoberflächen ins Blut aufgenommen wird und wie viel der Substanz auf dem Weg zum Zielgewebe (Gehirnregion mit den passenden Rezep-toren) abgebaut wird (z.B. im Magen-Darm-Trakt durch die Magensäure und Enzyme, im Blut durch die Leber und Nieren sowie im Zielgewebe durch Enzyme). So ist die Resorption über den Magen-Darm-Trakt zeitlich verzögert und gedehnt, da die Substanz den Darm zunächst erreichen muß, wo sie dann allmählich resor-biert wird, während bei einer intravenösen Injektion die volle Dosis unmittelbar in den Blutstrom gelangt. Daher wird bei einer Injektion auch meist eine deutlich niedrigere Dosis benötigt als z.B. beim Schnupfen oder Schlucken der gleichen Substanz. Ein weiterer entscheidender Faktor ist, wie viel Rezeptoren besetzt werden müssen, um eine Wirkung hervorzurufen und wie gut die entsprechende Substanz an die passenden Rezeptoren binden kann. Sind z.B. viele passende Rezeptoren im Körper vorhanden wird eine größere Menge des Wirkstoffs benötig, um eine Reaktion auszulösen, und bindet die Substanz gut an die Rezeptoren wird weniger von dieser benötigt als wenn diese nur schlecht bindet. Die Einnahme-häufigkeit kann ebenfalls einen Einfluß auf die Dosis haben. So reagieren Körper-zellen (u.a. Nervenzellen) auf eine ungewöhnlich veränderte Reizintensität z.B. mit Veränderungen in den Rezeptorenstrukturen, in der Rezeptoranzahl (Rezeptor-dichte) oder in der intrazellulären Signalübersetzung (Signaltransduktion), um wieder die „gewohnte“ Reizintensität herzustellen. Hierdurch entwickelt sich eine Toleranz, die dazu führt, daß man die Dosis erhöhen muß, um die gleiche Wirkung wie beim erstmaligen Konsum zu erzielen. Schlußendlich entscheidet aber in erster Linie der Wirkort darüber, wie stark eine Substanz wirkt. Greift sie direkt in zentrale biologische Prozesse (z.B. Atmung oder Herzfrequenz), welche primär über die stammesgeschichtlich älteren Teile des zentralen Nervensystems (z.B. Rhomben-cephalon oder Rückenmark) gesteuert werden, oder in die zentralen Teile der Sinnesverarbeitung ein, ist ihre Wirkung entsprechend stärker als wenn sie lediglich in die Prozesse des „Fein-Tunings“ eingreift. Hieraus ergeben sich auch – neben den chemischen Eigenschaften einer Substanz und deren Abbauprodukten (z.B. ätzend, reizend oder krebserregend) – einige spezifische Gefahren. So wirken z.B. bestimmte beruhigende Substanzen wie z.B. einige Opiate und Opioide direkt auf das Atemzentrum und können hierdurch auch direkt eine Atemlähmung hervorrufen, während andere Substanzen, die auch eine beruhigende Wirkung haben (z.B. Cannabis), die Atmung nur indirekt beeinflussen, was in der Regel vergleichsweise weniger gefährlich ist. Die Gefahren von wahrnehmungsverändernden Substanzen wie z.B. LSD liegen hingegen primär in bleibenden psychischen Veränderungen und in unkontrollierten Handlungen (z.B. durch Selbstüberschätzung oder Panikreak-tionen), die zu Unfällen führen können.

 

Die folgenden Seiten sollen substanzunabhängig über die spezifischen Risiken, die mit den verschiedenen Konsumformen/-wegen in Verbindung stehen, aufklären.

 

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