eve&rave Münster e.V.
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Konsum über die Vagina

 

Verwendbare Substanzformen:

Flüssigkeiten, Lösungen, Emulsionen, lösliche Feststoffe, (...)

 

Verwendete Konsumhilfen:

Tampon, (...)

 

Medizinische Bezeichnung für die Verabreichung:

intravaginal (in die Scheide), vaginal (der Scheide zugehörig; wird häufig auch fälschlich für die Verabreichung verwendet), (...)

 

Andere und szenetypische Bezeichnungen für die Verabreichung:

für Alkohol (mit Tampon): Speedballing, Slimming, (...)

 

Wie über jede andere Schleimhaut des Körpers, können auch über die Schleimhaut der Vagina (Scheide) flüssige oder lösliche Feststof-fe in die Blutbahn übertreten. Da die Vaginalöffnung jedoch bei auf-rechter Körperhaltung nach unten zeigt, können Flüssigkeiten hier nur einwirken, wenn sie in irgendeiner Form gebunden sind.

 

Dies scheint einige Mädchen und Frauen auf die Idee gebracht zu haben, flüssige Rauschmittel (meist wird nur von hochprozentigem Alkohol berichtet) mit Hilfe eines Tampons am Orte des Geschehens zu halten. Es scheint primär drei Gründe zu geben, warum Frauen auf diese zugegebenermaßen recht exotische Form des Konsums zurückgreifen. So wollen manche Frauen in der Öffentlichkeit nicht beim Konsum von Alkohol gesehen werden und vor allem jünge-re Frauen und Mädchen scheinen diese Form zu nutzen, um ein paar "Gratisgeträn-ke" in die Disco oder den Club zu schmuggeln. Der dritte Grund scheint im schnelle-ren Wirkungseintritt zu liegen, denn geschluckter Alkohol muß erst den Darm errei-chen, bevor er in größeren Mengen aufgenommen (resorbiert) wird, was eine ge-wisse Zeit in Anspruch nimmt. Über die Schleimhaut der Vagina (wie auch über die des Mastdarmes) gelangt dieser schneller ins Blut. Diese Form des Konsums ist al-les andere als gebräuchlich und auch keinesfalls empfehlenswert! Sie soll aber der Vollständigkeit halber hier auch Erwähnung finden, wenngleich wir an der ein oder anderen Stelle auch unsere Phantasie bemühen mußten, da es – im Detail betrach-tet – einige praktische Probleme bei der Umsetzung geben könnte.

 

Merkmale:

- Über die Schleimhaut der Vagina können Flüssigkeiten und lösliche Feststoffe auf-

  genommen werden.

 

 

Gebrauch:

- Medizinische Produkte werden häufig in Form von Scheidenzäpfchen verabreicht,

  also verpackt in eine Hülle, welche sich in der Vagina auflöst, ähnlich einer Kapsel

  im Magen.

- Lösliche Feststoffe (z.B. Pulver) können theoretisch direkt (mit dem Finger o.ä.)

  in die Vagina eingeführt werden.

- Der Konsum von flüssigen Rauschmitteln muß (wenn frau aufrecht stehen will) ge-

  bunden an einen Festkörper (z.B. Tampon oder vielleicht auch eine Creme erfol-

  gen, der dann einen Depoteffekt hat. Wie das dann im Detail funktionieren soll, ist

  nicht ganz klar, da ein vollgesogener Tampon zu groß, weich und wabbelig ist, als

  daß er noch ohne Probleme eingeführt werden könnte. Und wenn frau beim Ein-

  führen zu viel Druck ausübt, drückt sie die Flüssigkeit (z.B. Alkohol) wieder aus

  dem Tampon heraus, bevor dieser die finale Position erreicht hat. Bleiben also ei-

  gentlich nur zwei Optionen (Achtung! Das ist jetzt theoretische Spinnerei mit einem

  gewissen Unterhaltungswert!):

  1. Frau füllt sich den Alkohol zuerst mit dem Becken nach oben ein (z.B. mit einer

      stumpfen Spritze oder direkt aus der Flasche), verstöpselt sich anschließend mit

      dem Tampon und stellt sich dann wieder hin.

  2. Frau führt sich den Tampon ein und befüllt ihn danach irgendwie mit Alkohol

      (z.B. mit einer Spritze oder sie läßt das Rückholbändchen solange in den Alko-

      hol baumeln, bis sich dieser daran hochgesaugt hat).

 

 

Wirkung:

- Die Anflutgeschwindigkeit ist höher (die Wirkung tritt schneller ein) als z.B. beim

  Schlucken. Wird ein Tampon verwendet, der für Flüssigkeiten eine gewisse Depot-

  wirkung hat, erfolgt die Stoffaufnahme (Resorption) über einen längeren Zeitraum.

 

 

Gefahren:

- Die Dosierung von Flüssigkeiten ist schwierig.

- Bei Alkohol sollen die typischen Warnsignale des Körpers für eine Überdosis wie

  z.B. Übelkeit und Schwindel ausbleiben.

- Hochprozentiger Alkohol aber auch andere Substanzen können die Schleimhaut

  der Vagina verätzen.

- Die chemischen Eigenschaften von Substanzen können den empfindlichen pH-

  Wert der Vagina beeinflussen, was Einfluß auf die Scheidenflora haben kann. So

  können z.B. schädliche Mikroorganismen günstigere Lebensbedingungen vorfin-

  den als nützliche.

- Jegliche auf dem Schwarzmarkt erworbenen Pulver könnten mit Glasmehl ge-

  streckt sein oder schwerlösliche Kristalle enthalten, was die Schleimhaut mecha-

  nisch reizen/schädigen und zu Entzündungen führen kann. Zudem ist bei Pulvern

  immer von Substanzmischungen auszugehen und jede Substanz birgt ihre eige-

  nen Risiken auf die Schleimhaut oder Scheidenflora.

- Grundsätzlich können alle rauscherzeugenden Substanzen (und auch viele, der

  evtl. enthaltenen nicht-rauscherzeugenden Beimischungen) auch alle Bereiche

  des Körpers potentiell schädigen, da sie über den Blutkreislauf zu allen Körperzel-

  len gelangen. Wie hoch die Dosis oder Konsumhäufigkeit hierfür sein muß, hängt

  neben den spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Substanz auch von individu-

  ellen Faktoren (z.B. genetische Ausstattung und hieraus resultierende mehr oder

  weniger effizient arbeitende Schutzmechanismen oder Enzyme zum Abbau) sowie

  den grundsätzlichen Lebensgewohnheiten (z.B. Ernährung oder Streß) ab.

 

 

Safer Use:

- Der Konsum von Rauschmitteln über die Schleimhaut der Vagina ist nicht zu em-

  pfehlen! Die lokalen Schäden können – je nach Substanz und Menge – beträcht-

  lich sein!

  - Mit hochprozentigem Alkohol getränkte Tampons führen ziemlich sicher früher

    oder später zu erheblichen Schädigungen. Zudem dürfte hochprozentiger Alkohol

    in der Vagina auch sehr unangenehm bis schmerzhaft sein.

  - Lediglich verhältnismäßig reine Substanzen, die nur in sehr geringen Mengen do-

    siert werden müssen (z.B. LSD), sollten einigermaßen unbedenklich sein.

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere am

  Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über

  die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

  Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 19.06.2017

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Artikel und Studien zu intravaginalem Konsum

 

Applikationsform (Wikipedia)

 

 

Trend: Wodka-Tampon (FAZE Mag, 01.03.2017)

Der Kreativität, wie man Alkohol konsumiert, sind keine Grenzen gesetzt. Im Land- kreis Konstanz beobachteten Mediziner, Suchtfachleute und Jugendpfleger eine neue Methode des Alkohol-Konsums bei Mädchen. Tampons werden in Wodka getränkt und vaginal eingeführt. Der Alkohol gerät so über die Schleimhäute in die Blutbahn. Experten schätzen diese Methode als sehr gefährlich ein.

 

Gefährlicher Wahnsinn: Mit Wodka-Tampons zum Vollrausch (Wochenblatt, 23.03.2011)

Die Zahl von Mädchen mit Alkoholvergiftungen aufgrund von in Wodka getunkten Tampons, die in die Vagina eingeführt werden, hat deutschlandweit zugenommen

 

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