eve&rave Münster e.V.
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Schnüffelstoffe

 

Sammelbegriff für verschiedene Substanzen

 

Verwendete Substanzen:

Aceton, Amyl- und Butylnitrit u.ä., Benzin, Benzol, Butan, Isobutan, Propan, Chlor-ethandiverse EtherDistickstoffmonoxid/Lachgas, Toluol, Trichlormethan/Chlo-roformTrichlorethylen und Tetrachlorethylen, verschiedene Ester und andere Kohlenwasserstoffe (in Form von Nitroverdünner), (...)

 

Vorkommen:

Schnüffelstoffe sind in unzähligen Produkten des täglichen Lebens enthalten (z.B. als Lösungs-, Verdünnungs- oder Treibmittel).

 

Szenetypische Bezeichnungen:

für die Substanzen: Schnüffelstoffe (allgemein)

für den Konsum: Chroming, Dusting, Huffen, (Klebstoff-)Schnüffeln, (...)

 

Als Schnüffelstoffe werden flüchtige flüssige oder gasförmige Substanzen mit berauschender Wirkung bezeichnet, die über die Atemwege (meist die Nase, daher der Name) konsumiert werden.

Schnüffelstoffe werden vor allem konsumiert, weil sie leicht und meist legal u.a. in Drogerien, Supermärkten, Baumärkten und auch über das Internet zu beziehen sind. Außerdem sind sie recht kostengünstig.

 

 

Merkmale:

- Schnüffelstoffe sind leicht entzündliche, flüchtige Flüssigkeiten oder Gase mit be-

  rauschender Wirkung, die in den verschiedensten Produkten des täglichen Le-

  bens, aber auch Industrieprodukten und Medizinprodukten, enthalten sein können.

  Als Schnüffelstoffe werden u.a. Aceton (z.B. Lösungsmittel in Filzstiften, Haar-

  sprays, Sprühlacken und Nagellackentfernern), Amyl- und Butylnitrit u.ä. (Pop-

  pers), Benzin, Butan (Gas in Feuerzeugen) / Propan (Gase für Grills usw.), Chlor-

  ethan (Kältespray als Lokalanästhetikum), Diethylether (Lösungsmittel und früher

  auch Anästhetikum) und diverse andere EtherDistickstoffmonoxid/Lachgas (Treib-

  mittel in Sprühsahnespendern und Anästhetikum), Nitroverdünner (verschiedene

  Substanzmischungen aus Estern und anderen Kohlenwasserstoffen z.B. in Kleb-

  stoffen und Verdünnungsmitteln), Toluol (z.B. in Leim), Trichlormethan/Chloroform

  (Lösungsmittel, früher auch Anästhetikum), Trichlorethylen und Tetrachlorethylen

  (in Metall- und Farbreinigern), usw. verwendet.

 

 

Gebrauch:

- Schnüffelstoffe werden entweder auf ein Tuch oder in eine Tüte o.ä. gegeben und

  dann durch Mund oder Nase inhaliert.

 

 

Wirkung (allgemein):

- Unmittelbar nach dem Konsum können Kopfschmerzen, Nasenbluten, Husten,

  Übelkeit und Erbrechen, leichte Benommenheit, Verwirrtheit und Konzentrations-

  und Koordinationsstörungen auftreten.

- Der eigentliche Rausch setzt kurze Zeit später ein und hält je nach Substanz und

  konsumierter Menge bzw. Intensität der Inhalation zwischen 1 – 30 Minuten an.

- Die Rauschwirkung kann euphorisierend, enthemmend oder narkotisierend sein.

  Des weiteren können visuelle, auditive und taktile Wahrnehmungsveränderungen

  und Halluzinationen auftreten. So kann sich ein Gefühl der Schwerelosigkeit (Lau-

  fen wie auf dem Mond oder auf Watte) einstellen und die Berührungsempfindlich-

  keit kann sich erhöhen. Das Sprechvermögen ist häufig eingeschränkt (Lallen).

- Krampfanfälle (z.B. Kehlkopfkrampf) und Reizungen der Haut und Schleimhäute

  können kurzzeitig auftreten.

- Der Kater nach dem Rausch äußert sich häufig in Form von Kopfschmerzen und

  Konzentrationsstörungen.
 

 

Gefahren (allgemein):

- Der Rausch kann zur Selbstüberschätzung führen, die den Konsumenten in ge-

  fährliche Situationen bringen kann.

- Schnüffelstoffe belasten das Herz-/Kreislaufsystem und können die Sauerstoffauf-

  nahmefähigkeit der Lunge beeinträchtigen oder im schlimmsten Fall auch blockie-

  ren. Durch eine Sauerstoffunterversorgung drohen irreversible organische und

  neuronale Schäden. Schlimmstenfalls sind Herz-/Kreislaufversagen, Atemdepres-

  sion/-lähmung und/oder ein Sauerstoffmangel im Blut möglich, die jeweils tödlich

  enden können (Sudden Sniffing Death Syndrome, SSDS).

- Regelmäßiger und/oder hochdosierter Konsum kann je nach Substanz zu Aller-

  gien, Verätzungen der Atemwege und Schäden an Lunge, Leber, Nieren, Haut und

  Schleimhäuten führen. Des weiteren können Durchblutungsstörungen, Muskel-

  spasmen und Schädigungen des Hör- und Gleichgewichtssinnes auftreten. Hinzu

  kommt, daß die zunehmende neuronale Schädigung (besonders des Gehirns) zu

  Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, schwe-

  ren Psychosen und Demenz führen kann.

- Die Entwicklung einer Toleranz und psychischen Abhängigkeit ist für die meisten

  Schnüffelstoffen anzunehmen. Über körperliche Entzugserscheinungen ist nichts

  bekannt.

- Der Konsum von Gasen kann aufgrund der auftretenden Verdunstungskälte zu

  lokalen Erfrierungen führen. Gase niemals direkt aus dem Gas-/Druckbehälter

  konsumieren, sondern in Ballons o.ä. umfüllen!

- Benzin- und Toluoldämpfe sind stark krebserregend.

- Langanhaltender intensiver Konsum von Toluol kann zu einem mehrtägigen Deliri-

  um führen.

- Trichlorethylen kann zu Leberzirrhose, Hör- und Sehstörungen und Fertilitätsstör-

   ungen führen.

- Das Führen eines Fahrzeuges unter dem Einfluß gleich welchem Rauschmittels ist

  grundsätzlich gefährlich und kann – auch wenn dies nicht dem BtMG unterliegt –

  bei Auffälligkeiten im Fahrverhalten oder anderen Ausfallerscheinungen nach

  § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) mit dem Entzug der Fahrerlaubnis bestraft

  werden.

 

 

Safer Use (allgemein):

- Immer ausreichend Frischluft tanken, um einer Sauerstoffunterversorgung vorzu-

  beugen und die Lunge zu entlasten.

- Niemals Tüten über den Kopf ziehen oder festsitzende Masken, die Mund und Na-

  se bedecken, verwenden. Im Fall einer Ohnmacht droht Tod durch Ersticken!

- Bei einer Überdosierung kann Hyperventilation (schnelles, tiefes Ein- und Ausat-

  men) helfen, das Gas aus dem Körper zu treiben.

- Alle Schnüffelstoffe sind leicht entzündlich. Vergewissere Dich vor dem Konsum,

  daß keine offene Flamme oder Zigarettenglut in der Nähe ist!

- Vermeide – auch im Beisein von nüchternen Begleitern – potentiell gefährliche Or-

  te (Dächer, Klippen, Straßen, tiefe Gewässer, usw.). Es besteht eine erhöhte Un-

  fallgefahr!

- Vermeide Mischkonsum! Dies gilt besonders für:

  - Substanzen, die das Herz-/Kreislaufsystem zusätzlich belasten.

  - Alkohol, der die atemdepressive Wirkung vieler Schnüffelstoffe zusätzlich verstär-

    ken kann. Es droht Tod durch Ersticken!

- Viele Schnüffelstoffe sind reizend oder gar ätzend (z.B. Poppers).

  - Solltest Du Schnüffelstoffe versehentlich verschlucken, versuche auf keinen Fall

    sie zu erbrechen, da dies die Speiseröhre und den Rachen ein zweites Mal (plus

    die Magensäure) angreift. In diesem Fall unbedingt den Rettungsdienst rufen!

  - Solltest Du Schnüffelstoffe versehentlich in die Augen bekommen, mußt Du diese

    sofort gründlich ausspülen und einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch für den Kon-

    takt mit Schleimhäuten und der Haut (substanzabhängig).

- Personen mit Erkrankungen oder Vorschädigungen der Atemwege und/oder Er-

  krankungen, die weitestgehend mit dem Herz-/Kreislaufsystem in Verbindung ste-

  hen (insbesondere Herzrhythmusstörungen), sollten auf keinen Fall Schnüffelstoffe

  konsumieren.

- Im Notfall den europaweit gültigen Notruf (Nummer: 112) anrufen. Schildere am

  Telefon nur die Symptome und kläre den Rettungsdienst oder Notarzt vor Ort über

  die konsumierten Substanzen auf. Sie unterliegen der Schweigepflicht!

  Informationen zur Ersten Hilfe bei Drogennotfällen findest Du hier.

 

 

Letzte Änderungen: 03.06.2017

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